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  • Fan Fiction von Akemi-tama

    Auf Wunsch eine Fan Fiction über Rido und seine Geschwister - Die eigentilche Story ist natürlich nur erfunden und es gibt keine Beweise, dass es sich so zugetragen hat, aber es passt denke ich ganz gut wenn man die Geschichte kennt. Was die Geschichte der Vampire angeht, die teilweise angesprochen wird die ist so aus dem Manga übernommen (also Kanames Vergangenheit) Juri ist 13, Haruka dann irgendwas im Teenageralter und Rido muss dann ein junger Erwachsender sein. (die Altersunterschiede sind nie genau genannt, aber es könnte - wenn man sich sämtliche Rückblicke anguckt etwas passen - aber da es eine Fan Fiction ist ist es auch nicht so wichtig)

    Prolog

    Vor rund 3000 Jahren, im Kuran – Anwesen:

    Die Gänge waren dunkel, alle Vorhänge zugezogen, das Personal und die anderen Anwesenden schliefen. Leise öffnete sich eine Tür, Schritte waren zu hören, die Tür wurde wieder geschlossen. Ganz, ganz leise konnte man Schritte den Gang entlang hören. Ein schneller, nervöser Atem begleitete die Schritte welche nun eine Treppe hinunter führten. Von oben war erneut das Öffnen und Schließen einer Tür zu vernehmen.

    Eine kleine, zarte Hand berührte die Türklinke der Haustür und wollte sie gerade herunter drücken als eine von hinten ertönte: „Wo willst du denn um diese Uhrzeit hin?!“ Die Gestalt wirbelte herum und sah ihrem ältesten Bruder schockiert ins Gesicht. „Wieso bist du bitte wach?!“ Juri nahm die Kapuze ihres Gewands ab und starrte Rido weiter an. „Man beantwortet eine Frage nicht mit einer Gegenfrage! Was hast du denn vor? Es ist mitten am Tag!“ Rido sprach streng und etwas stichelnd, sein selbstgefälliges Grinsen verunsicherte Juri. „Ich…naja…wollte mal bei Tag raus gehen. Ich bin kein kleines Kind mehr – ich bin alt genug. Bitte O – Nii- sama, ich verspreche ich werde vor Einbruch der Dunkelheit zurück sein.“ Rido lachte: „Glaubst du allen Ernstes ich lasse dich alleine gehen? Du bist 13!“ Juri zog eine Schnute und resignierte – wenn sie sich widersetzte würde Rido sicher laut genug sein um das Personal und die Eltern zu wecken – das würde eine saftige Strafe bedeuten auf die sie keine Lust hatte.

    Erneut musste Rido lachen, er war belustigt von der Resignation seiner Schwester und seinem Machtgefühl. „Menno!“ brummte Juri. Rido beugte sich hinab und schaute Juri mit seinem rätselhaften Blick tief in die Augen – Juri ließ sich völlig faszinieren und öffnete die Augen weit. Rido der sie am liebsten sofort auf den Mund geküsst hätte, riss sich noch einmal zusammen und küsste ihre Stirn: „Ich sagte nicht, dass ich dich aufhalte – aber ich lasse dich auch nicht allein gehen.“ Juri machte einen Satz zurück: „Wie, was?? Du begleitest mich!“ „Scht. Oder willst du dass O – Too – sama und O – Kaa – sama wach werden?“ „Nein. Natürlich nicht!“ flüsterte Juri.


    Rido ging an seiner Schwester vorbei und öffnete die Haustür – die grelle Sonne stach ihm in die Augen, sodass er sie sofort wieder schließen musste. Erst nach einigen Sekunden öffnete er zunächst das linke und dann das rechte Auge um sich daran zu gewöhnen. Es war unangenehm und tat weh – was fand Juri bitte an dem Tageslicht so toll? Naja vielleicht war sie ja resistent, da ihre Schönheit ja schon strahlte.

    Rido wandte sich um und sah in das begeisterte Gesicht seiner Schwester – er spürte, wie er leicht errötete. Juri verließ das Haus und schloss die Tür leise hinter sich. „O – Nii – sama…was denkst du: Nachts können wir uns in Fledermäuse verwandeln…werden wir dann am Tag zu Schmetterlingen?“ „Was? Schmetterlinge? Wohl kaum…ich werde doch nicht zu einem Insekt! Nachts werden wir ja auch keine Falter.“ „Aber ich mag Schmetterlinge! Die sind schön Bunt und elegant!“ Rido verdrehte die Augen: „Du bist n Reinblüter – du kannst dich in alles verwandeln!“ „Oh ja! Mach mal vor!“ „Was willst du denn sehen?“ „Entweder eine elegante Prima Ballerina oder Hausstaub.“ Scherzte Juri. „Warum bitte gleich so unwürdig?!“ „Wäre dir ein Eichhörnchen lieber gewesen?“ „Sag mal Juri, wo willst du eigentlich hin?“ „Das wirst du sehen wenn wir da sind!“ Rido seufzte und ging ihr nach: „Ein Elefantenfriedhof?“

    Kapitel I

    Juri folgte einem kleinen Bach, der tief in den Wald hineinführte und der an das Anwesen der Kurans grenzte. Rido ging ihr nach und versuchte zu erraten wo sie hin ging:
    Rido sprang hinter her und alles was er sah war ein großer Teich umringt von Bäumen: „Ich hab‘s verpasst richtig?“ „Was verpasst??“ „Das Paradies.“ „Nein…das ist das Paradies! Sieh doch nur wie das Wasser glitzert!!“ „Ja, ich finde es blendet noch mehr.“ „O – Nii – sama…du hast dich doch um mich gekümmert als ich noch ein Säugling war? Du hast mich doch gewickelt und so…?“ „Ja, warum?“ Juri warf die Kutte weg, zog Kleid u

    nd Strümpfe aus und sprang ins Wasser. „Hmmm, das ist jetzt schon näher am Paradies!“ Juri tauchte wieder auf und begann zu zappeln und zu schreien: „Ahh, ich kann nicht schwimmen!!! Hilfe, ich ertrinke, ich bin der erste Reinblüter der ertrinkt!!“ „Sag mal das hättest du dir vorher überlegen sollen!!“ rief Rido, zog Hose und Oberteil aus und sprang hinterher. Er schnappte seine Schwester und zog sie ans Ufer. Juri keuchte, schaute an Ridos nacktem Oberkörper herunter und pfefferte ihm eine auf die rechte Wange. „Was soll das? Du hast eben um Hilfe gerufen! Laut und deutlich, oder hätte ich dich bis in alle Ewigkeit hier zappeln lassen sollen??“ „Nein, aber was fällt dir ein mich nackt zu retten?! Du Perversling!!“

    „Hallo?! Ich trage eine Unterhose – ich bin gar nicht nackt!“ Juri errötete wie eine Tomate: „Oh.“ „Jetzt wo ich dich gerettet habe, da habe ich doch wohl einen Kuss verdient.“ Rido näherte sein Gesicht dem ihren. Juri schubste ihn zurück: „Nein!!“ „Wieso?“ „Willst du nicht lieber einen…äh Fisch!“ Juri hob einen Fisch aus dem Wasser. „Bin ich ein Hai?? Oder heiß ich Nessie?“ „Ok, ok – überredet – kein Fisch. Oder Blumen, viele schöne Blumen – willst du die?“ Juri zeigte auf die Blumen ringsum den Teich. Rido wandte seine Kraft an um diese alle verwelken zu lassen, Juri roch den Braten sofort: „Du Sadist du.“ „Ich wünsche mir einen Kuss.“ Juri schaute sich um: „Du…kriegst deinen Kuss!! Aber…nicht hier!“ „Wieso nicht?“ „Weil ich meine Schokoküsse nicht dabei habe…“ „Schokoküsse?“

    Rido war entsetzt. Juri kletterte aus dem Teich: „Das sind diese Sahne – Schaum – Teile, die mit Schokolade überzogen sind.“ „Ich weiß schon was du meinst….Die, die dir Haruka geschenkt hat, weil er sie gruselig findet.“ „JA!“ Juri lachte begeistert. „Aber warum willst du mir die geben? Ich will einen echten Kuss.“ „Du hast doch nur diese Schokostangen – diese Shoko – Pokies – bekommen…“ „Ja, weil ich die lieber mag. Willst du welche?“ „Du hast die dabei?!“ Juri ging ungläubig zu Ridos Hose und durchsuchte die Taschen – tatsächlich – er hatte welche dabei! „Bist du süchtig?“ „Nein…“ „Ja,ja, pass nur auf, wenn du mal Kinder hast, die können davon auch nicht genug bekommen.“

    Rido stieg auch aus dem Wasser: „Wohl kaum. Jetzt will ich meinen Kuss!“ Juri seufzte und gab ihm einen Kuss auf die Wange. „Wow. Wie liebevoll…“ murmelte Rido voller Ironie. „Machst du das weil unser werter Vater lieber Haruka und dich als Paar sehen würde als uns?“ „Nein! Seh ich aus als würde ich Haruka küssen?! Der versucht immer mich an sich zu ketten – ständig geht er mir auf die Nerven!“ „Also willst du mich!“ „Das hab ich auch nicht gesagt…ich weiß es eben nicht, ok? Ich bin außerdem erst 13.“ Rido grinste: „Ich wusste vom Tag deiner Geburt an, dass ich dich Liebe und heiraten will.“ „Mal ehrlich…das ist der Grund warum Vater dich gruselig findet…und abgesehen davon…deine Alternativen sind begrenzt – oder steht Haruka für dich auch zur Debatte?“ „Nein…jetzt lass uns nach Hause gehen, ja?“


    Als Rido und Juri das Haus betraten stand ihnen ihr Vater gegenüber – mit einem finsteren Blick: „Haruka, hat mir erzählt, dass ihr weg wart…wo kommt ihr her?!“ „Haruka ist eine Petze!“ schimpfte Rido „Ich bin Juri gefolgt!“ „Das ist keine Entschuldigung. Du solltest auf deine Schwester aufpassen und sie nicht zu Zuwiderhandlungen verführen. Juri, das war unverantwortlich! Mach das ja nicht noch einmal – wir sind Geschöpfe der Nacht, außerdem die Königsfamilie wir können uns nichts dergleichen erlauben. Nur hier seid ihr wirklich behütet.“ Rido grummelte:

    „Als ob wir diesen Goldenen Käfig brauchten – wir sind Reinblüter, nicht nur das, die mächtigste Reinblüter Familie die existiert, eigentlich können wir uns alles erlauben. Wer sollte uns bestrafen.“ „Rido, hier geht um Ehre und Ansehen, nicht um die Demonstration von Macht.“ „Ja, schon klar. Füge dich der Gesellschaft…so hat sie uns in der Hand obgleich es andersherum sein sollte.“ „Rido mir gefällt nicht wie du sprichst.“ „O – Too – sama, das ist eben das wahre Wesen eines Vampirs! Nach Macht zu verlangen und sie zu rauben und einzusetzen! Warum müssen wir unsere Triebe verstecken und uns verstellen?“

    „Weil nur so eine Beziehung zwischen Vampiren möglich ist – nur so kann eine soziale Gesellschaft bestehen. Wenn du so lebst, wie dich deine Triebe leiten, dann wirst du außer Untertanen niemanden um dich haben – keine Freunde, keine Frau – niemanden.“ Rido konnte die Leviten die sein Vater ihm las nicht verstehen und wollte die Treppe hinaufgehen um in sein Zimmer zu kommen, da rief der Vater von hinten: „Ach ja, du hast Hausarrest bis auf weiteres, die nächste Soiree ist gestrichen!“ „Aber…“ „KEIN ABER!“ „But…“ murmelte Rido.

    „Und du junges Fräulein, du gehst auf dein Zimmer, ziehst das nasse Kleid aus und gehst ins Bett. Vor 11 Uhr heute Abend will ich dich nicht mehr sehen.“ Geknickt schlich Juri die Treppen hoch. Rido knallte wütend seine Zimmertür zu und setzte sich auf einen Stuhl, da klopfte es an der Tür. „Wer?“ „Ich bin es, Juri.“ Rido öffnete und schaute seine Schwester an, die inzwischen ihr Nachthemd trug und ihn reuevoll anblickte: „Es tut mir leid, O – Nii – sama…es tut mir schrecklich leid, ich habe dich mit hineingezogen. Das ist ein Zeichen meiner Reue.“ Juri hielt ihm einen Schokokuss entgegen. Rido nahm ihn an: „Sonst noch etwas?“ Juri schüttelte den Kopf, daraufhin schloss Rido die Tür. Es tat weh, denn er hatte sich etwas mehr erhofft. „Irgendwann macht mich diese einseitige Liebe noch wahnsinnig…“ murmelte er während er den Schokokuss anstarrte.

    Kapitel II

    Rido darf wegen des Hausarrests nicht mit auf die Soiree gehen und muss sich den Tag zu Hause vertreiben. Der Keller der hier erwähnt wird existiert im Manga tatsächlich vgl Manga Bd. 13
    Am darauffolgenden Abend fand die Soiree statt. Die Familie Shôto hatte zu einem Ball geladen, an dem vor allem reinblütige aber auch edelblütige Vampire erwartet wurden. Die gesamte Kuranfamilie war eingeladen. Juri und Haruka hatten sich bereits fertig gemacht: Juri trug ein rotes, seidenes Kleid welches mit Rosen verziert war, Haruka hatte einen eleganten Anzug an, der ihn älter wirken ließ. Stolz wie ein Hahn präsentierte er sich seinen Eltern: „Ich sehe doch wirklich erwachsen aus nicht wahr??“ Beide Elternteile stimmten ihm bedingungslos zu, nur Rido war zu angefressen um es zuzugeben: „Warts nur ab, bald bist du ein alter Mann.“ „Du bist doch nur eifersüchtig weil du nicht mit darfst, Aniue. (Aniue = höfliche Anrede für älteren Bruder – mehr von Männern benutzt; deshalb sagt Juri stattdessen O – Nii – sama)

    Es tut mir doch leid, ich hatte mir eben Sorgen gemacht, weil ihr beide nicht da ward.“ „Sorgen? Wir sind Reinblüter! Was glaubst du hätte passieren sollen? Glaubst du die Bäume hatten plötzlich Hunger auf Reinblüterfleisch??“ Die Eltern kamen um die Ecke: „So, macht euch fertig ihr beiden – wir müssen los. Rido, du kannst ja in der Zeit das Haus bewachen.“ Rido lachte dreckig: „Wuff‘!“ Die Familie verließ das Haus und Rido blieb allein mit den Angestellten zurück. „Ihr werdet schon sehen was ihr davon habt…“ Rido war immer noch wütend und beschloss erst mal ein Bad zu nehmen. Mit Hilfe seiner Fähigkeit erhitzte er das Wasser welches er in die Wann eingelassen hatte. Es dampfte, bald stand das Ganze Badezimmer im Nebel. Er stieg hinein, tauchte unter und schmollte. Was sollte das? Juri hätte genauso bestraft werden müssen! Außerdem hatte er sie ja heil zurück gebracht! Immer versuchte sich dieser Haruka sich zwischen ihn und seine geliebte Juri zu stellen, gar zu drängen. Und ihr Vater befürwortete das auch noch – nur weil er nicht immer eine Meinung mit ihm teilte, aber Haruka schon!


    Als Juri vor 13 Jahren geboren wurde, da spürte er es ganz genau, dieses tiefe Verlangen, diesen Drang – wie eine Sucht war es für ihn in ihrer Nähe zu sein. Und das erste was seinem Vater einfiel war ihm die Tür vor der Nase zuzuschlagen. Rido hatte damals die neugeborene Juri fest im Arm gehalten und an sich gedrückt, da nahm sein Vater sie ihm weg, warf ihn aus dem Zimmer und schloss die Tür. Haruka war zum damaligen Zeitpunkt noch ein kleines Kind und bewunderte Rido fast wie einen Gott – es war keine Frage für beide, das Rido Juri heiraten würde.

    Doch der Vater war von Anfang an von Haruka begeistert gewesen – selbst als Haruka nur mit der Spucke vor seinem Mund brabbelte war es für den Vater ein Highlight: damals hatte er gesagt: „Ganz der Papa!“ und Rido war kein besserer Kommentar eingefallen als ihn zu fragen ob er früher auch ein Sabbergesicht war. Im Minuspunkte sammeln war Rido jedenfalls ganz gut. Das erste was man über Rido sagte wenn man ihn sah war: „Was ist mit seinen Augen?“!

    Rido stöhnte genervt – was hatte denn sein Bruder was er nicht hatte?? Was fehlte ihm denn? Wahrscheinlich war Vater einfach nur selbstverliebt und stand deshalb so auf Haruka – der seinem Vater eben viel ähnlicher ist als Rido – das war Ridos Theorie. Gefrustet kippte Rido die gesamten Badeperlen ins Wasser und der ganze Raum roch nach Zitrone – streng nach Zitrone.


    Nach über einer Stunde erst kam Rido aus dem Bad mit nacktem Oberkörper und nassen Haaren ging er durch die Gänge – ziellos. Vor der Tür zur Kellertreppe blieb er stehen. Das war die Verbotene Tür – weder er noch Juri oder Haruka durften hier hinunter. Es war das einzige Anwesen der Kurans, das so eine Tür besaß. Die Versuchung war umso größer – Rido wusste; die Tür führte zu einer Wendeltreppe an deren Ende sich an langer Gang befand und am Ende des Gangs war eine schwere Flügeltür auf welcher das Kuranwappen zu sehen war.

    Bis dahin war er schon einmal gekommen, doch durch gehen konnte er nicht. Alles was er wusste, war, dass sich hinter dieser Tür ein Mausoleum befand – der Sarg des Urahnen der Kurans. Juri machte meist einen großen Bogen um diese Tür, da sie fürchtete es spuke dort unten. Ihr Vater scheute ja auch keine Mühen sie das glauben zu lassen – ob es der Wind war der in den Bäumen draußen heulte oder das krachende Gebälk - alles schob er auf die Geister, die angeblich dort unten hausten und den Urahn bewachten. Rido war es völlig rätselhaft warum Tote auf einen Haufen Knochen aufpassen sollten – hatten die keine anderen Hobbies? Gab es für sie nichts Wertvolleres? Wenn er ein Geist wäre hätte er Juri entführt und bewacht! „Wir dürfen wahrscheinlich nur nicht zu dir, weil du inzwischen stinkst und potthässlich bist, nicht wahr, Kaname?“ sagte Rido in Richtung Kellertür.

    Rido ging Später in die Küche und setzte einen Tee auf, da er sich ja damals um Juri und Haruka gekümmert hatte als sie noch Säuglinge waren konnte er gewisse Dinge im Haushalt selbst – das musste für einen Reinblüter mit Personal für alles nicht selbstverständlich sein. Er kochte Juris Lieblingstee und wartete auf ihre Rückkehr. Als die 4 von der Soiree zurückkamen hielt Rido Juri am Arm fest, fast ein bisschen grob. „Hey lass mich! Ich muss mich umziehen!“ Haruka sah den Tee in Ridos Hand an: „Was soll das denn?“ „Juri hat sicher Durst, nach dem Tee kann sie von meinem Blut haben – so viel wie sie will.“ „Sie würde das Meine viel eher trinken.“ Lachte Haruka. Rido wurde erneut zornig – die Tasse sprang in tausend kleine Scherben auseinander. „Pass auf das Porzellan auf, Aniue.“ „Halt dich zurück! Haruka!“ Rido war derart wütend, dass er eine finstere Aura demonstrierte, bei der sogar Haruka ein Schauer über den Rücken lief. Dieser ließ sich jedoch nicht lange beeindrucken und sagte ihm siegessicher ins Gesicht: „Vater will auch, dass sie mir gehört!“ Rido konterte ohne eine Miene zu verziehen: „Das werden wir noch sehen!“

    Haruka ging schweigend an Rido vorbei, drehte sich dann aber noch einmal um mit den Worten: „Manchmal wirst du mir echt unheimlich, Aniue…Aber ich glaube auch, dass du eigentlich ein Guter bist.“ Gleichgültig zuckte Rido die Achseln und befahl einer Angestellten die Scherben zu entsorgen. Seine Augen leuchteten begierig in Richtung Juris Zimmer – wie sehr dürstete er nach ihrem Blut. „Hast du was auf dem Herzen, Rido?“ Seine Mutter stand hinter ihm. Rido schaute sie an: „Naja, warum dürfen wir nicht ins Mausoleum??“ „Hach…immer wieder…weißt du es ist einfach zu gefährlich. Abgesehen davon wollen wir seinen Schlummer nicht stören. Eigentlich fragte ich nach weil du so durstig aussiehst…wenn du Durst hast, dann bediene dich.“ Rido vergrub seine Reißzähne in ihrem Hals, doch es war nicht das, was ihn zufrieden stellte. Sein Blick richtete sich erneut auf die Kellertür.

    Kapitel III

    Rido hat vor ins Mausoleum zu gehen - er will unbedingt mehr über diesen Urahn erfahren. Doch ob das wohl gut geht???
    In den nächsten Tagen Hausarrest beschäftigte ihn das Thema „Verbotener Keller – Das Mausoleum des Urahnen“ immer mehr. Sein Kopf war voller Fragen, die das Thema betrafen. Was sollte schon schlimmes geschehen? Ein toter könne ihm doch nicht wehtun. Ob dieser Kerker noch ein anderes Geheimnis verbarg? Wenn ja welches?

    Rido nutzte die Gelegenheit als er sicher sein konnte, dass seine Eltern es nicht mitkriegen würden, und schlich sich zur Kellertür. Sie ließ sich schwer aber nahezu geräuschlos öffnen. Bis dorthin war er bereits schon einmal gekommen. Es roch staubig und stickig, langsam ging er die lange steinerne Wendeltreppe hinunter. Am Ende der Treppe sah er schon den Korridor, dem er bis zu der Flügeltür mit dem Kuranwappen folgte. Auch hier war er bereits einmal gewesen. Er atmete tief durch und drückte die Flügeltüren auf, von innen kam ihm noch stickigere und modrig riechende Luft entgegen – angeekelt verzog er das Gesicht.

    Langsam ging er weiter hinein, am Ende des Raumes stand eine riesige Orgel – wer bitte aus der Kuranfamilie konnte Orgel spielen?? Davor in der Mitte des Raums stand ein steinerner Sarg. „Cool!“ staunte Rido. Als Kind konnte er den Befehlen der Eltern nicht widerstehen – dem stärkeren Vampir ist man unterworfen, und das war mehr als eine Verhaltensregel, es ging einfach nicht anders – andere Vampire zu unterdrücken und ihnen den eigenen Willen aufzwängen war eine Fähigkeit von Reinblütern. Nun jedoch war der Kräfteunterschied nicht mehr so groß und es gelang ihm die Fesseln des Gehorsams zu lösen.

    Voller Neugierde ging er auf den Sarg zu, der Geruch schreckte ihn nun nicht mehr ab. Langsam – um keinen Krach zu machen – schob er den schweren Deckel beiseite, grober Sand rieselte auf die Erde. „Wow, Alter, du stinkst ja wirklich!!!“ stieß Rido hervor und starrte die Überreste des Urahnen an. Mit einem Finger tippte er dagegen, doch der Urahn rührte sich nicht. In seinen Händen hielt er ein Schwert – vorsichtig versuchte er es zu berühren und lockerte es aus Kanames Händen.

    Auf einmal hörte er Schritte, schnell versuchte er den Deckel wieder zu verschließen, da erklang schon die Stimme seines Bruders: „Was machst du da?! Lass den Deckel zu!!“ Haruka sprang auf Rido zu und stieß ihm vom Sarg weg. Unsanft krachte Rido gegen die Orgel und es gab einen Ekelhaften klang. Rido jedoch fing sich sofort wieder und attackierte seinen jüngeren Bruder mit der Blutpeitsche welcher ihr gekonnt auswich.

    Haruka feuerte Elektroshocks auf Rido, welcher aber auch auswich und mit einem Körpertakle konterte und Haruka gegen die Wand rammte. Haruka stieß sich von der Wand ab und versuchte es mit Feuer wohingegen Rido in die Luft sprang und seinen Bruder mit der Blutpeitsche erwischte. Haruka hielt sich die Blutende Wange und Fesselte Rido mit seinem Blut an den Beinen, doch dieser kämpfte sich weiter schmiss den Sargdeckel auf den Boden und ergriff das Schwert. Haruka erkannte seine Absicht sofort und versuchte ihn zu stoppen doch da hatte er die Klinge schon am Hals.

    Regungslos blieb Haruka erst einmal stehen, huschte dann aber von Rido weg und griff ihn von hinten an, Rido wich aus und Haruka griff nach dem Schwert: zwar hatte er nun die Klinge in der Hand, doch sie wehrte ihn ab – seine Hand schmerzte und er musste das Schwert loslassen. Gerade wollte er Rido wieder mit Feuer angreifen, da ging der Vater dazwischen. Alle beide mussten sich eine gehörige Standpauke anhören und wurden auf ihre Zimmer geschickt. Haruka war vollkommen schockiert davon, dass sein Bruder das Schwert berühren konnte, aber er nicht.

    Rido kam kurz vor dem Morgengrauen noch einmal im Zimmer seines Vaters vorbei, dieser war immer noch wütend: „Was willst du?“ Rido verbeugte sich: „Es tut mir Leid, O – Too – Sama… Ich hab’s wohl übertrieben.“ Sein Blick wanderte zum Kamin und blieb dort haften, „Dieser Kerl da untern im Sarg, wer war das eigentlich genau?“ „Hast du im Unterricht nicht aufgepasst? Dieser Mann ist Kaname – der Urahn unsers Clans. Er lebte vor etwa 7.000 Jahren, damals gab es noch keine Vampire – er wurde von Menschen geboren – so heißt es. Er verbündete sich mit einer Frau seinesgleichen und sie Schufen die Basis für unsere Existenz.

    Seine Verbündete jedoch opferte ihr Leben für das der Menschen, sie wollte sie beschützen vor jenen die sich Level E nennen. Sie gab ihnen ihr Blut zu trinken und warf ihr Herz in einen Hochofen aus dem die ersten Anti – Vampir – Waffen gegossen wurden. Dazu gehören Juris Artemis und das Schwert, das du in den Händen hieltest. Normalerweise wehren diese Waffen uns ab, doch einige unseres Clans – und ich glaube das kommt davon dass einige von uns gewisse Gene von Kanames Verbündeter geerbt haben – sind in der Lage diese Waffen zu berühren.“ „Wieso aber kann ich das Schwert berühren aber Haruka nicht – ich bin doch auch ein direkter Nachfahre von dir…und du kannst es auch nicht.“ Unterbrach Rido seinen Vater. „Vielleicht kommst du mehr nach unserer Urmutter – also Kanames Verbündeter. Demnach ist dein Blut auch nicht so rein wie das unsere…also nicht so reines Kuranblut. Du hast mehr von ihrem Blut in dir.“

    „Was ich noch nicht verstehe…Die einzige Methode einen Reinblüter zu töten ist – eine Anti – Vampir – Waffe oder selbst ein Reinblüter zu sein…“ „Das ist korrekt.“ „Nun ja, wenn ein Vampir stirbt, dann wird sein Körper zu Asche, soweit ist mir das auch klar…aber warum ist Kanames Körper noch übrig – das müsste doch bedeuten er ist noch nicht ganz tot, aber er sieht ganz danach aus…und er riecht auch so…“ Sein Vater seufzte: „Er ist auch nicht tot, er schläft nur. Offenbar war es des Lebens leid und hat sich schlafen gelegt. Über die 7000 Jahre hat der Durst derart an seinem Körper gezehrt, dass er nicht mehr ohne fremde Hilfe erwachen kann.“

    Rido wurde hellhörig: „Wie könnte man ihn dazu bringen wieder aufzuwachen?? – Rein theoretisch.“ „Weißt du, er bräuchte das reinste, konzentrierteste und frischste Kuranblut. Deins würde sicher nicht ausreichen also brauchst du es gar nicht erst zu versuchen. Doch es wäre ohnehin viel zu gefährlich. Ganz gleich wer ihm das Blut spenden würde – es wäre niemals genug und den Durst zu stillen, der sich angesammelt hat: er würde mit unter Wahnsinnig werden – vor Durst den Verstand verlieren. Glaube mir, der wacht nicht wieder auf – und es ist für alle besser so.“ „Das muss einem mächtig viel Kraft und Macht verleihen, wenn man den Urahn verschlingen könnte….“ „Ja, Rido, mit Sicherheit, aber Schluss jetzt mit dem Quatsch! Lass mich jetzt bitte allein – und halte dich von dem Mausoleum fern.“ „Ja, O – Too – Sama.“


    Rido ging auf dem Rückweg an Juris Zimmer vorbei und erzählte ihr alles was er erfahren hatte – unteranderem, dass er vielbesser zu ihr passe, weil sie und er beide Hunterwaffen berühren können. Juri verstand nur die Hälfte und fand sein Gefasel über Macht unheimlich: „Warum musst du nur immer so an Macht interessiert sein, und was hat das mit Haruka und mir zu tun?“ „Vater will dass du dich mit Haruka verlobst, weil sein Kuranblut reiner ist – er kann keine Hunterwaffen berühren. Er ja auch nicht, er denkt das Blut bleibt reiner wenn du mit ihm Kinder bekommst…außerdem befürchtet er, dass unsre Kinder auch unterschiedliche Augenfarben haben könnten.“

    „Echt, das halte ich für ein Gerücht. Du redest ihm einfach zu viel von Macht!“ „Das ist eben das wahre Wesen eines Vampirs – nur dass ich es nicht verleugne.“ Rido ergriff Juri an den Schultern und drückte sie sanft gegen die Wand. Sie konnte seinen Atem an ihrem Hals spüren und es lief ihr eiskalt den Rückenhinunter. Mit leiser bestimmter Stimme flüsterte er: „Ich liebe dich so sehr, dass ich manchmal glaube ich könnte den Verstand verlieren und ich halte es nicht aus, wenn dein Herz sich Haruka nähert – quäle mich nicht länger und entscheide dich für mich. Zerstöre mich nicht. Ich brauche dich – und dein Blut, ich werde verrückt wenn ich es nicht bekomme und…du brauchst mich. Ich kann dir besorgen was immer du dir wünschst, denn ich habe den Mut und die Fähigkeit mich durchzusetzen und meinen Willen zu bekommen.

    Haruka ist auf Dauer zu sanft – das wird ihm irgendwann das Genick brechen.“ Er leckte an ihrem Hals, doch Juri duckte sich und wich zur Seite: „Rido, von Liebe wird man nicht Wahnsinnig – glaub mir, das fühlst du jetzt nur so. Du bist ein liebevoller Bruder, nur manchmal denke ich lässt du deinen Trieben zu viel Platz. Du wirst schon dein Glück finden – und wenn es nicht mit mir ist, dann mit jemand anderem.“ Sie küsste ihm zärtlich auf die Wange. „Das kann ich mir nicht vorstellen!“ sagte Rido etwas lauter und drückte sie heftig gegen die Wand, ließ dann aber los und ging. „Na warte, ich komme schon noch an dein Blut!“ versprach er.

    Kapitel IV

    Rido versucht an Juris Blut zu kommen - sein Verlangen zu stillen. Ob Haruka da mitmacht?
    Seit dem Vorfall im Mausoleum waren 2 Tage vergangen; die Kurans saßen gerade beim „Mitternachtsessen“ (entspricht dem Mittagessen der Menschen), Rido der seit zweit Tagen nur noch daran dachte Juris Blut zu kosten schubste sein Fleischbällchen mit den Stäbchen auf dem Teller herum – er hatte keinen Appetit etwas zu „essen“, er wollte Juris Blut. Haruka wurde ganz scheckig von dem Geschubse und stieß seinen älteren Bruder mit dem Ellenbogen in die Seite: „Aniue, dem Fleischklops wird noch ganz schlecht – nicht das er noch brechen muss.“ Rido sah ihn an, Juri verschluckte sich vor Lachen beinahe an ihrem Fleischklößchen. „Das wäre so ekelhaft…“ Japste Juri. Rido schmunzelte dreckig: „Das Teil kann nicht kotzen – ich meine Brechen – es ist ungefüllt.“ Ein breites Grinsen lag auf seinem Gesicht.

    Jetzt lief Juri purpurrot an und hielt sich ihren Bauch, vor Lachen konnte sie weder atmen noch sprechen – geschweige denn essen. „Juri, Haruka, Rido – jetzt ist aber mal gut, benehmt euch mal wie Adlige…“ seufzte ihr Vater und legte seine Stäbchen akkurat parallel oberhalb zu seiner Schüssel. Haruka versuchte sich zusammen zu reißen obwohl auch er immer wieder kichern musste. Rido unterdessen war bereits wieder abgelenkt und schaute Juris reizenden Hals sehnsüchtig an. Seinem Vater jedoch war auch das nicht entgangen: „Hör mal, du sollst nicht Juri essen sondern dein Fleischbällchen und dein Konjaku.“ „Konjaku schmeckt furchtbar – es ist fast geschmackslos und glibberig - mal ehrlich warum essen wir eigentlich so einen billigen Fraß??“ „Es ist ein sehr gesundes Gemüse, dass gut für den Magen ist.“ „Aha…wir essen also diese gematschte Wurzel weil wir sonst das Essen unserer Köche nicht vertragen? O – Too – sama, das Problem kann man auch anders lösen…“ Diesmal mischte sich die Mutter ein: „Die ist nicht einfach nur gematscht – sie ist sehr qualitativ zubereitet worden.“ „Da, O – Kaa – sama hätten sich die Köche die Mühe auch sparen können – es bleibt wie es ist – das Zeug schmeckt nach nichts!“

    Juri, der immer noch die Tränen aus den Augen liefen japste: „Also ich mag Konjaku auch nicht, aber wenn es in Gyûdon drin ist stört es mich nicht – oh ich liebe Gyûdon!“ (Gyûdon ist ein japanisches Gericht, das aus einer Schüssel Reis, mit Rindfleisch, Zwiebeln und einer milden süßen Soße besteht) Rido legte den Kopf schräg: „Was bist du eigentlich für ein Vampir?“ „Wieso nicht – ich mag auch Ramen!“ „Wie du willst. Ich habe heute keinen Hunger – ich bin im Zimmer.“ Rido stand auf und verließ den Tisch, der Vater stand auf und rief ihm noch nach was er doch für Manieren habe, doch das interessierte Rido reichlich wenig – er verließ den Speisesaal. Auch Juri ließ mehr als höflich üblich – sie ließ das gesamte Konjaku übrig. „Danke für das gute Essen, darf ich bitte auch in mein Zimmer gehen?“ „Selbstverständlich Liebling, nachdem du heute wie ich hörte, so gut mitgemacht hast im Unterricht. Die Geschichte der Vampire scheint dich sehr zu interessieren richtig?“

    Juri nickte: „Ja, O – Kaa – sama, ich finde das spannend, auch das mit dem Klimawandel und der Geburtsstunde der Hunter. Mir tut nur irgendwie dieser Kaname leid, der seine Geliebte verloren hat…obwohl…die tut mir auch leid, so rührend – sie opferte sich für das Leben der Menschen. Ich würde auch gerne mal auf eine Menschenschule gehen – am Tag lernen und mit ganz normalen Menschen sprechen….mich einfach mal nicht wie eine Königstochter fühlen und verhalten müssen…“ „Ja, Juri, dein Wunsch ist uns durch aus noch bekannt. Wie gesagt wir reden noch einmal darüber wenn du älter bist – mindestens noch 3 Jahre.“ Juri verneigte sich mit nun etwas gedämpfter Stimmung. Rido war nach dem Essen nicht auf sein Zimmer gegangen, sondern wartete hinter einer Wand im Korridor auf Juris Vorbeikommen – er hoffte jedenfalls sie würde vor Haruka vorbeikommen. Er lehnte mit dem Kopf gegen die Wand und starrte an die Decke – Oh Juri, würdest du dich nur für mich entscheiden, denn ich liebe dich so sehr…dachte er. Auf einmal waren Schritte zu hören – es war das Geräusch von Absatzschuhen – Juri! Rido machte sich bereit seine Augen leuchteten; Sein Blick spiegelte sein starkes Verlangen wider.

    Juri merkte nicht, dass ihr ältester Bruder hinter der Wand wartete und machte einen großen Satz zurück als eben dieser hervortrat und sich ihr in den Weg stellte. „O – Nii – sama…“ hauchte sie, der Schreck saß ihr noch tief in den Gliedern. Erst war sie erleichtert, dass es nur Rido war, aber als sie in seine sehnsüchtigen, gierig leuchtenden Augen sah, fühlte sie eine immer deutlich werdende Unbehaglichkeit. „Was ist? Was willst du denn?“ fragte sie vorsichtig. Nun ging Rido langsam zwei große Schritte auf sie zu, so dass er ihr dicht gegenüber stand und berührte ihre Schultern mit seinen Händen.

    Juris Herzschlag beschleunigte sich immens, sie musste schneller atmen – warum fühlte sie auf einmal so eine Unbehaglichkeit? Sie war vom Blick seiner Augen gefesselt und es wollte ihr einfach nicht gelingen sich aus ihrem Bann zu lösen und wegzusehen. In seinen leuchtenden Augen lag eindeutig Sehnsucht, Verlangen, Begierde und noch dazu etwas Besitzergreifendes. Sie wollte zurückweichen, doch ihre Beine waren wie gelähmt, da fiel ihr auf, dass ihr Atem nun stockte; Es war als hindere sie ein fetter Klos daran weiter zu atmen oder zu sprechen.


    Rido sah die Furcht und Unsicherheit in ihren Augen, doch gerade das war es was ihn erfreute; Er packte sie nun fester an den Schultern und zog sie noch ein Stück an sich heran. Juri war noch immer wie gelähmt – Was geschieht nur mit mir? Was geschieht mit meinem Bruder? – Sie war völlig verwirrt, wusste weder ein noch aus. Rido beugte sich zu ihr herunter, so dass sie beide auf Augenhöhe waren und seine Stirn fast die ihre berührte. Früher, als sie noch ein Kleinkind war, da hatte er sie immer so beschützend im Arm gehalten und sie hatte sich unendlich sicher gefühlt, vor allem dann wenn er seine Stirn gegen ihre legte – doch nun empfand sie beinahe Angst und das war es was sie sich absolut nicht erklären konnte.


    Rido hatte sich voll und ganz in ihrem Blick verloren, er versank in ihren braunen Augen – sie war so bildschön und er konnte die Vorstellung nicht ertragen, dass sie nicht ihm gehören wurde. Juri spürte wie ihre Knie weich wurden und sie sich nicht entscheiden konnte, ob ihr heiß oder kalt war. Mit seinen starken Armen umschloss er seine Schwester schließlich ganz, er hatte die Schultern losgelassen und sie in die Arme genommen. Den Kopf senkte er nun noch weiter bis er mit dem Mund dicht an ihrem Hals war. Juri spürte seinen heißen schnellen Atem. „Du wirst mir jetzt von deinem Blut geben, meine geliebte Juri!“ Juri neigte den Kopf von ihm weg und versuchte ihn zu schütteln, doch ihr Bruder leckte ihr schon zärtlich und gleichzeitig begierig den Hals nahe der Schlagader ab.

    Der süßliche Geschmack seiner Schwester wärmte ihm die Seele. „Nein…bitte…Rido…“ hauchte Juri, endlich war es ihr geglückt die Stummheit zu überwinden. „Nein Juri, du gehörst mir, du hast mir schon immer gehört!“ „Nein…bitte…“ Leidenschaftlich biss er ihr in den Nacken, seine Zähne gruben sich in ihr Fleisch, neben seinem Mund lief ihr süßes, warmes und mächtiges Blut herunter – es benetzte nicht nur Ridos Lippen sondern auch ihr Kleid und ein kleiner Teil tropfte auf den Fußboden. Juri wollte ihn wegdrücken, doch sein Klammergriff war zu stark. Die Kraft und die Wärme breiteten sich in Ridos Körper aus, er genoss jeden einzelnen Schluck – so lange hatte er auf diesen Augenblick gewartet und er bereute nichts. Rido Schmecke ihre Angst, aber das hielt ihn nicht mehr davon ab zutrinken so viel er wollte – sein Körper sagte ihm: Verschlinge sie mit Leib und Seele – Stille dein Verlangen. Jeder Schluck machte ihn mächtiger und zufriedener doch nichts war genug. Juri begann laut zu weinen und zu rufen: „Haruka, Haruka!!!“ Heiße Tränen rannen ihr aus den Augen und tropften auf Ridos Wange. Sie zitterte, ihre Beine gaben nach – der Blutverlust führte zu einer Schwäche, die es ihr unmöglich machte weiter zu stehen. Juri sackte in Ridos Arme und verlor das Bewusstsein. Dieser Geschmack, dieses Gefühl – niemals mehr wollte Rido darauf verzichten!

    Auf einmal tat es einen Schlag und Haruka hatte Rido mit der Blutpeitsche von hinten eine übergebraten – er riss seinen älteren Bruder von Juri weg und sah ihn voller Eifersucht und Sorge an – Sorge um Juri! „Warum musst du dich immer einmischen – Juri gehört mir! MIR!!“ rief Rido, Haruka zeigte auf die bewusstlose Juri: „Das hat deine kranke Liebe ihr angetan – das hast du ihr angetan! Du bist nicht gut für sie, akzeptiere es, wenn du sie wirklich liebst überlasse sie mir!“ „Nur über meine Leiche!“ „Was ist nur mit dir los, Aniue? Kannst du sich nicht loslassen – das wirkt ja fast so als wärest du das Opfer deines eigenen Liebeswahns.“ „Du bist doch genau so verrückt nach Juri!“ Rido versuchte wieder zu ihr zu gelangen, doch Haruka stellte sich dazwischen: „Ich habe geschworen sie zu beschützen – und das tue ich hiermit.“ Erneut versuchte Rido an Haruka vorbeizukommen doch dieser ließ ihn nicht passieren. „Wenn du nicht zur Seite trittst, dann werde ich dich bekämpfen müssen!“ drohte Rido, doch Haruka stellte sich kampfbereit hin: „Na gut, ich fordere dich zum Duell heraus!“ „Alles klar! Aber ich muss dich leider warnen, ich habe vor zu gewinnen, ich schenke dir nichts!“ „Gut das hätte mich auch beleidigt!“



    Das Duell zwischen Rido und Haruka beginnt, wer von ihnen kann Juri überzeugen?  Wer wird gewinnen? Und weshalb ist Juris Zimmer plötzlich leer?

    Kapitel  V

    Rido und Haruka geraten heftig aneinander
    Rido sprang auf Haruka zu und schlug heftig mit der Blutpeitsche auf ihn ein, Haruka hatte glück den meisten seiner Hiebe ausweichen zu können. Es erwischte ihn am Arm und im Gesicht; doch natürlich konterte er – Windböen schlugen Rido gegen die Wand. Dieser stieß sich ab und bildete einen Feuerkreis um Haruka, der ihn mit Wasserstrahlen nicht nur löschte sondern auch noch Rido einnebelte. Vor lauter Qualm konnte Rido seinen Gegner nun nicht mehr sehen und wurde überrascht wieder auf den Boden geschleudert – diesmal hatte Haruka jedoch selbst Hand angelegt und drückte seien älteren Bruder auf den Fußboden: „Lass Juri in Frieden, wehe du tust ihr noch einmal weh!!“ Rido musste lachen: „Was willst du dann machen? Mich mit Klebeband an den Boden kleben?“ Kaum gesagt verpasste er Haruka einen gewaltigen Stromstoß, sodass dieser zu Boden sank. Ein weiter folgte zugleich. Haruka atmete schwer und fesselte Rido mit seinem eigenen Blut an die Wand.

    Juri öffnete benommen die Augen und sah ihre Brüder kämpfen: „Jungs…bitte…“ doch ihre Stimme war noch zu schwach. Rido, der noch nie etwas von fairen Kämpfen gehalten hatte huschte zu Juri und umklammerte sie leise flüsterte er in ihr Ohr: „Na los, sag ihm das du mich liebst, sag es ihm! Mach ihm deutlich, dass du nicht an ihm interessiert bist und seine Hilfe nicht willst.“ Dann leckte er noch etwas Blut von ihrem Hals, das noch aus der Wunde ausgetreten war.


    Haruka war nahe daran zu explodieren: „Na warte du…jetzt bist du fällig!!“ In Windeseile war er hinter Rido und trat ihm heftig in den Rücken, vor Schreck und Schmerz ließ er Juri los, die wieder in die Knie sank. „Rido…“ hauchte sie. Haruka ließ mit seiner Fähigkeit Ridos Schulter aufplatzen und ließ scharfe Winde wehen. Rido hielt sich die Schulter doch war nicht lange genug außer Gefecht und durchstieß seinen jüngeren Bruder mit seiner Blutpeitsche. Überall auf dem Boden waren inzwischen Blutlachen und Brandflecken. Immer heftiger wurden die Angriffe und Juri bekam es mit der Angst zu tun, heiße Tränen liefen ihr stumm über die Wangen. Mit einem mächtigen Headbutt stieß Haruka mit seinem gegen Ridos Kopf welcher an der Rückseite gegen die Wand prallte. Rido sah erst einen Lichtblitz und dann war alles Schwarz.


    Er öffnete die Augen und sah, wie Juri von Harukas Blut trank. Wut kochte in ihm hoch – wieso trank sie von seinem Blut?! Wieso nicht bei mir?! Sein Kopf brummte und die Wunde an der Schulter hatte ihm schwer zugesetzt doch er richtete sich auf und sah Juri an. Juri hörte auf an Haruka zu trinken und erwiderte den Blick: „Du kannst so widerlich sein…“ Autsch! Das hatte gesessen. Rido fühlte sich, als hätte man ihm einen scharfen, glühenden Dolch in die Brust gerammt. „Wieso…Juri…wieso nicht ich? Was fehlt mir denn?“ fragte er verzweifelt und wollte gar nicht begreifen, was da geschah. Haruka lächelte seinen Bruder Triumphierend an, doch auch das entging Juri nicht und sie verpasste Haruka eine saftige Ohrfeige. „Was soll das? Ich hab dich doch gerettet?!“ verteidigte sich Haruka, Juri sah ihn wütend an: „Ja, aber du hast bei dem Blödsinn mitgemacht! Forderst Rido zum Duell raus, sag mal geht’s noch?! Du bist ja so…Oh!!“ Juri stieß Haruka weg und stampfte an Rido vorbei: „MÄNNER!“ Haruka stand ganz verdutzt da, damit hatte er nicht gerechnet. Rido stand immer noch wie benommen da und leiste tropfte sein Blut auf den Fußboden.


    Da er Juris Blut getrunken hatte, konnten seine Wunden schnell verheilen, doch das galt nur für die Wunde an der Schulter – Juris Kommentar tat immer noch weh. Er wartete bis die Sonne aufgegangen war – die ganze Nacht hatte er in seinem Zimmer darauf gewartet. Leise schlich er sich hinaus auf den Gang, an Harukas Zimmer vorbei, bis zu Juris Schlafgemach. Ganz vorsichtig öffnete er die Tür einen Spalt und huschte hinein. Langsam ging er zu Juris Bett und legte die Hand auf die Decke – leer! Unter ihrer Decke lagen nur Kissen! Rido erschrak und schaute sich im Zimmer um – konzentrierte sich auf ihre Aura – sie war nicht da. Ein Kalter Windzug berührte seine nackten Füße, überrascht blickte er Richtung Fenster. Er zog den Vorhang zur Seite und petzte die Augen zusammen – dieses grelle Sonnenlicht! Vorsichtig öffnete er die Augen wieder: Das Fenster war nur angelehnt – es war offen. Ohne länger darüber nachzudenken sprang er aus dem Fenster in den Garten. Wo könnte Juri nur hin sein?! Er schaute sich um, rufen kam nicht in Frage: es würde ihn und Juri verraten. Rido suchte den gesamten Garten ab – keine Juri, er trat auf die Straße und sah nach links und nach rechts…in welche Richtung war sie wohl gegangen? Ging er in die falsche Richtung würde er sie niemals einholen! Er lehnte sich gegen den Zaun, die warme Luft wehte durch seine Haare. Da kam ihm plötzlich ein Gedanke – wie von der Tarantel gestochen rauschte er in den Wald, am Fluss entlang bis hin zu dem kleinen Teich, an dem er vor einiger Zeit mit Juri gewesen war. Hinter dem Gebüsch blieb er stehen und lugte zwischen den Zweigen hindurch: da saß sie und ließ Kiesel über das Wasser hüpfen. Bereit ging Rido durch das Gebüsch auf Juri zu: „Wenn das nicht meine kleine Juri ist! Sei froh, dass ich Vater nicht informiert habe.“ Schockiert schnellte Juri hoch trat einige Schritte rückwärts und landete im Teich…schon wieder.


    Rido seufzte, zog sein Hemd aus und fischte Jure erneut aus dem Wasser, mit verführerischem Blick sah er sie an: „Wie ungezogen von dir einfach abzuhauen…“ „Rido! Lass mich los!! Ich bin stinksauer auf euch alle beide!!! Ihr…ihr…irgendwas Schlechtes eben!!“ Rido lachte: „Ich liebe es wenn du so energisch bist! Deine Wut ist so reizend.“ „Und wie ich gereizt bin…“ funkelte Juri ihren Bruder an. Dieser legte seine Stirn gegen ihre und sie kam nicht drum rum das Déjà – vu zuerkennen. Juri empfand Ridos selbstgefälliges lächeln als Provokation und trommelte wütend gegen seine Brust. „Was für eine tolle Massage…“ stichelte Rido. „Grrrrr.“ Fauchte Juri und starrte gerade aus; auf einmal wurde sie ganz rot. „Was ist jetzt? Findest du dein Verhalten endlich peinlich genug um es einzustellen?“ „Nein!! Du mieser….du…du…du hast dich absichtlich ausgezogen um mich mit deinem Körper zu betören!!“ „Aha! Dir gefällt er also! Abgesehen davon war es damit mein Hemd nicht nass wird…obwohl du das vielleicht auch sexy gefunden hättest…ich mit nassen enganliegenden – besser anklebenden – Hemd.“ Juri erlitt erotisches Kopfkino und stieß Rido schreiend weg: „Wie kannst du nur!!! Igitt!!!“ Rido, der nun mit dem Rücken auf dem Boden lag ergriff Juris Hand und zog sie über sich: „Ich liebe dich Juri, deshalb kann ich! Warum liebst du mich nicht einfach zurück?!“ Juri blickte in Ridos rätselhafte Augen und fragte sich selbst, wie sie sich letztlich entscheiden solle.


    Auf dem Rückweg sagte Juri gar nichts, sie schwieg und wusste nicht, wie für wen sie sich entscheiden sollte: Haruka war der gesittetere, das stimmte schon, aber mal bestimmt genauso besitzt ergreifend. Rido war weniger spießig und machte auf sie den wilderen Eindruck – jemand der auch mal gegen die Regeln gehen würde – aber eben sicher auch brutaler. Haruka schien mehr der Romantiker zu sein – Rido ging da sicher mehr ans Eingemachte – aber Haruka wäre der bessere Familien Vater – Rido machte jedoch die besseren Witze. Es war Zwecklos, sie würde sich nie entscheiden können und als einsame Witwe enden. „Hey, Juri, nächste Woche findet wieder eine Soiree statt und du musst dich noch entscheiden, wen du als Partner mitbringst!“ Juri sah Rido an. „Diesmal solltest du mit mir gehen, da du das letzte Mal mit Haruka warst.“ „Ähm…naja…Recht hast du…“ Rido umarmte sie fest von hinten und flüsterte in ihr Ohr: „Du willst doch nicht, dass ich Haruka außer Gefecht setzen muss oder?“ Juri seufzte genervt: „Ich will gar nicht, dass ihr euch zofft! Aber wenn du es schaffst, dich bis zu Soiree NICHT mit Haruka zu prügeln, dann werde ich mit dir hin gehen.“ Rido schaute sie verdutzt an: „Ok…“ Juri grinste: „Super, alles klar! Ich zähle auf dich!“


    Gerade wollten sie wieder das Grundstück betreten, da stand ihnen Haruka gegenüber: „Wo wart ihr und was wird hier gespielt?“ Rido stellte sich vor Juri: „Ich habe nicht vor mich mit dir zu schlagen – also fasse ich mich kurz: Im Gegensatz zu dir, ist mir Juris Abwesenheit aufgefallen und ich habe sie soeben zurück gebracht.“ Haruka wirkte nicht überzeugt: „Wem willst du hier was weiß machen? Ihr wart doch schon wieder heimlich zusammen unterwegs – du willst Juri für dich haben.“ „Letzteres Stimmt, aber was ich gesagt habe ist auch wahr, ich habe…“ Juri drängte sich an Rido vorbei und rief: „Es ist wahr! Er hat mich zurückgeholt! Ich war so genervt von eurem Verhalten – das ist ja nicht zum Aushalten! Jedenfalls bin ich um mich abzuregen in den Wald gegangen. Rido kam plötzlich dazu und hat mich überzeugt wieder mitzukommen. Das letzte Mal hatte er meinetwegen schon eine Strafe erdulden müssen, bitte gib ihm jetzt nicht die Schuld daran!“ Haruka ließ den Kopf sinken und ging wieder ins Haus: „Wieso stellst du dich auf seine Seite?“ „Ich sage die Wahrheit!! Wenn du mich liebst, solltest du mir schon etwas mehr vertrauen!!“ rief Juri. „Ich weiß nicht was ich glauben soll…“ „Haruka!!! Was soll…wenn das so ist, dann werde ich wohl wirklich mit Rido auf die Soiree gehen!!“ Schockiert blieb Haruka stehen.

    Kapitel VI

    Kurz vor der Soiree

    Es war bereits der Vortag der Soiree, Haruka wusste bereist, dass Juri Rido als ihren Tanzpartner mitnehmen würde und war ziemlich geknickt. Was könnte er tun? Wie könnte er sie am Weggehen hindern oder dafür sorgen, dass sich Juri für ihn entschied? Die Kutsche war bereits bestellt, ob er  sie vorher abfangen solle? Oder verbrennen? Nein – das war zu brutal…und schon gar nicht ehrenhaft. Dennoch – er konnte Juri doch nicht einfach so mir nichts dir nichts seinem wahnsinnigen Bruder überlassen! Nervös fuhr er sich durch die Haare.
    Da klopfte es auf einmal an der Tür: „Herein…“ sagte Haruka genervt. Juri öffnete die Tür – sie trug ein wunderschönes bis auf den Boden herabfallendes rotes, samtiges Kleid, das mit Blüten und Mustern bestickt war. Eine Augenweide, dachte sich Haruka und konnte den Mund gar nicht mehr schließen. Die langen Haare hatte sie mit einer großen Spange nach oben gesteckt und ließ den Rest der Haare über sie hinabfallen. Eine silberne Kette mit einem Rubin in der Mitte zierte ihr Dekolleté. „Das hat unser Hausschneider auf meinen Wunsch so anfertigen lassen, gefällt es dir?“ Haruka errötete – und wie! Aber sie wollte doch mit Rido gehen, oder nicht?! „Wieso zeigst du es nicht Rido, der ist doch dein Tanzpartner.“ Antwortete Haruka schnippisch. Juri schloss die Tür: „Aber ich will Rido doch morgen überraschen!“ elegant drehte sie sich einmal im Kreis. Haruka jedoch war überhaupt nicht überzeugt – sie will Rido überraschen – und ich spiele nur die 2. Meinung!? Die Fensterscheibe bekam einen Riss. „Haruka…was ist…?“ Juri war es nicht entgangen. Ein weiterer Riss zog sich über das Glas und Haruka konnte die Eifersucht, die langsam in ihm überkochte kaum noch kontrollieren und schob Juri kurzer Hand aus seinem Zimmer: „Wenn ich dir nur für eine 2. Meinung gut genug bin, dann frag O –Too – sama oder O – Kaa – sama! Frag die Diener, aber nicht mich!!“ mit einem heftigen Knall schlug er Juri die Tür vor der Nase zu.


    Völlig verdutzt blieb sie stehen und wusste nicht was sie denken sollte. Eine junge Dienerin – die vor allem für die Hygiene im Hause zuständig war – kam die Treppe hinauf und sah Juri verwirrt da stehen: „Juri – sama…was ist geschehen, kann ich euch etwas helfen?“ Juri wandte den Blick zu der Dienerin: „Oh, nein…es ist alles in Ordnung…denke ich…“ „Verzeiht…denkt Ihr?“ „Ja…denke ich…“ „Das klingt nicht sehr überzeugt…Ihr seht etwas…wie soll ich sagen….überrumpelt aus. Was bereitet Euch Kummer?“ „Haruka…er ist so komisch…ich wollte ihn nur Fragen wie mein Kleid aussieht…aber er hat mich einfach vor die Tür gesetzt…“ „Haruka – sama widerstrebt es offenbar, dass Ihr mit Eurem Bruder Rido – sama auf die Soiree geht. Mal ganz unter Frauen: dieses Kleid ist bezaubernd: es macht Euch – verzeiht bitte – schon viel reifer. Ihr geht so locker als 16 Jährige durch. War das Eure Kreation?“

    Juri lächelte stolz: „Ja, das hab ich mir erdacht! Ich habe es auf einen Block gekritzelt und dem Hausschneider gegeben – nach einiger Zeit wusste er wie ich es gern hätte, dann zeigte ich ihm den Stoff den ich wollte und – Taadaa – hier ist es!“ „Vortrefflich Juri – sama! An Euch scheint eine echte Modedesignerin verloren gegangen zu sein!“ Juri errötete: „Danke. Sag mal…wie denkst du soll ich Rido damit überraschen…jetzt gleich, morgen kurz bevor wir gehen, Haare offen oder denkst du ich gefalle ihm so besser?! Zu dem Kleid gehören noch blass rosa, seidige Handschuhe, die fast bis an die Schultern gehen…soll ich die anziehen oder glaubst du ich gefalle ihm so besser?! Ich könnte statt dem Rubin auch einen Lapis Lazulith tragen!“ „Dieser Lapis ist doch ein tiefblauer Edelstein nicht wahr? Dann würde ich lieber den Rubin tragen – Rido – sama findet Euch heiß also würde ich auch warme Farben tragen. Das Rot ist warm ebenso wie Euer Kleid, die Haare und die Augen. Was die Handschuhe anbelangt…ich würde sie tragen – sie gehören doch dazu und Ihr habt sie extra für diese Soiree anfertigen lassen.“

    „Oh danke!! Das klingt einleuchtend…sagtest du er findet mich heiß?!“ „Ja, das hat er schon öfter gesagt…“ Juris Augen leuchteten – Haruka sagte ihr immer nur sie sei süß…aber heiß…das gefiel ihr noch besser – es war erwachsener! „Danke für deinen Rat, er hat mir sehr geholfen! Wie heißt du eigentlich?“ „Mimi; Fujisaki Mimi.“ Juri lächelte sie an: „Ein wundervoller Name – und doch fast etwas unpassend für eine Dienerin…“ „Wieso findet Ihr meinen Namen unpassend für meinen Beruf?“ „Naja, dein Name – Mimi -  bedeutet doch Prinzessin und eine Prinzessin dient doch niemandem…“ „Doch, sie sollte treu ihrem Volke dienen! Aber nichts desto trotz, danke – aber ich liebe meinen Job, deshalb habe ich mich einstellen lassen!“ Juri sah das junge Mädchen an – sie konnte kaum über 18 sein – wenn überhaupt. „Juri – sama…ich glaube Rido – sama kommt, und ich würde es ihm erst morgen zeigen!“ „Oh ja richtig!! Ganz schlecht!!“ schnell eilte Juri den Korridor entlang und floh auf eine der Toiletten, da Rido just in diesem Moment die Treppe nach oben kam.


    Mimi schaute Rido an – auch er trug einen neuen Anzug: tiefschwarz waren Jackett und Hose, goldene Knöpfe zierten die Ärmel. Auch er wirkte deutlich reifer in diesem Aufzug. „Ihr seht vortrefflich aus – Rido – sama.“ Rido lächelte sie mit seinem rätselhaften Blick an und starrte ihr tief in die Augen: „Juri soll es gefallen – sie soll dahinschmelzen…“ dies  sagte er mit einem derart erotischen Tonfall, dass Mimi nicht anders konnte und purpurrot anlief: „Ja, ja…das wird sie ganz ohne jeden Zweifel!!“ „Ich möchte es ihr zeigen, wo ist sie? Weißt du ob sie bereits im Zimmer ist?“ „Äh…nein…äh…sie…nun ja…wenn Ihr mich fragen würdet – ich würde sie morgen vor der Soiree überraschen! Der Spaß wäre doch viel größer wenn ihr die Augen kurz vor der Abfahrt herausfallen würden…“ Rido schaute sie verdutzt an, dann ging sein Blick in ein Triumphierendes Lächeln über: „Gute Idee, hätte von mir sein können! Hehe, da kann ich wieder den ganzen Tag nicht schlafen! Diese Idee muss gefeiert werden!“ Ehe sie sich versah, hatte Mimi Ridos Zähne im Nacken wenige Sekunden später war ihr schwindlig und ihre Knie gaben nach.

    Kaum noch bei Bewusstsein hörte sie Rido sprechen: „Du bist neu hier nicht…Mimi wenn ich mich recht erinnere…ich lass dich lieber leben bevor mein Herr Vater auf die Idee kommt mich zu bestrafen…“ Es war ein eigenartiges Gefühl ausgesaugt zu werden – und dann auch noch von einem Reinblüter! „Nicht schlecht – aber im Vergleich zu Juri bist du nur…Kindersekt. Es fehlt einfach der Rausch. Also nicht sterben ja – übrigens – deine smaragdgrünen Augen passen gut zu deinen bronzefarbenen Haaren. Du solltest lieber im Garten arbeiten, damit die Nachbarn neidisch werden.“



    Rido verschwand in seinem Zimmer und zog seinen Anzug aus. Im Grunde hasste er es so eingeschnürt zu sein – er trug lieber lockere Hemden, mit vielen offenen Knöpfen – warum sollte er seinen Körper verstecken? Haruka dagegen liebte solche adrette Kleidung – Hauptsache elegant und bequem – wie hielt er es zu Hause nur in solchen Klamotten aus?! Rido zog sein weißes Hemd über und knöpfte die mittleren Knöpfe zu. Dann  zog er seine schwarze Hose drüber und zierte sie mit seinem roten Gürtel. Den Anzug hängte er in seinen Kleiderschrank, die Schuhe dazu stellte er unter sein Bett. Als er aufgeräumt hatte machte er sich auf den Weg zu Juris Zimmer.

    Rido klopfte an und wartete nicht mal bist Juri ihn hereinbat. „Na, bereit für deinen großen Tag morgen?“ stichelte er und sah wie Juri ganz rot vor ihm stand: „Sag mal was soll das!? Kannst du nicht warten bis ich herein sage?!“ „Oh verzeih – aber die Unterwäsche steht dir ausgezeichnet…heiß!“ Juri warf ihn mit dem Kleid ab, dass sie sich eigentlich gerade anziehen wollte. „Was denn, Juri? Ich hätte wohl früher reinkommen sollen, dann hätte ich wohl mehr zu sehen gehabt.“ Juri verstand die Anspielung! Er wollte sie nackt sehen – Perversling! Jetzt warf sie ihn mit ihren Schuhen ab. „Ich finde es so heiß wenn du wütend wirst – das gefällt mir. Am besten bleibst du so…“ „Grrr!! Rido! Gib mir mein Kleid ich will mich anziehen!“ „Wieso? Ich könnte dich so stundenlang anstarren.“ „Rido!!! Gib mir ein Kleid! Jetzt!“ „Oh, ich liebe dein Temperament!“ „Aber ich bin voll unattraktiv angezogen!!!“ Beschwerte sich Juri – noch waren ihre Haare verwuschelt und sie trug nur ein fast durchsichtiges weißes Unterhemd aus Seide, einen weißen Schlüpfer und einen seidenen BH. Rido kam näher mit seinem rätselhaften Blick, Juri konnte gar nicht wegsehen: „Rido!! Bitte! Nicht jetzt, wenn du mein Blut willst dann nicht jetzt, ich hab nur noch diesen BH!!“ Rido legte ihr das Kleid in die Arme: „Wofür ist der überhaupt?“ Offenbar wollte er Juri nur wieder necken, so stellte sie sich dumm und meinte abweisend: „Das ist Allgemeinbildung.“

    Rido fuhr ihr mit den Händen durch die Haare: „Ich weiß wofür ein BH ist…aber – für was trägst du ihn?“ Offenbar wollte Rido wieder anfangen sie damit zu ärgern, dass sie flachbrüstig war. Idiot dachte sie! „DAS IST FRAUENSACHE!!! DAVON VERSTEHST DU NICHTS!!“ „Ah, Juri – ich habe einen Tinnitus…“  „MIR EGAL!!!“ „Reg dich ab…“ ohne Vorwarnung biss er ihr in den Hals. Sie zappelte und versuchte sich zu wehren – es half nichts, das Blut floss ihren Nacken hinunter über das Unterhemd und – Oh Schock – den letzten BH. „Rido! Was wird das?! Ich habe schon wieder das Blut meiner Tochter gerochen! Jetzt ist mal gut, du Nimmersatt! Was soll das werden – du weißt, dass sie erst 13 ist!?“  „Rido musste sich zwingen von Juri abzulassen: „Seit wann gibt es bei Blutgenuss ein Mindestalter?“ „Lass jetzt gut sein, sie muss morgen lange durchhalten.“ „Sie hat mich eben mit ihrem Temperament verführt….“ „Ist gut jetzt, mach deinen Dreck weg und hör damit auf – wenn das heute noch mal vorkommt, geht sie doch mit Haruka.“ Vor Schreck ließ Rido seine Schwester los, die vor Schwäche auf dem Fußboden landete. Kritisch sah der Vater seinen Sohn an: „DU, machst das weg!“

    Nach dem er das Zimmer verlassen hatte leckte Rido noch den Rest ihres Blutes von ihrem Körper, dann zog er Juris Zierteppich über den Blutfleck am Boden. Juri selbst legte er auf sein Bett. „Umdrehen…“ sagte Juri schwach, dann setzte sie sich auf, zog ihr Unterhemd aus und das Kleid darüber. „So, jetzt bin ich fertig.“ Es klopfte, eine Dienerin kam herein: „Juri – sama, ich bin da um Euch Kraft zu spenden.“ Rido knöpfte sein Hemd weiter auf: „Oh, sie kann auch von mir haben…“ Juri sah ihn giftig an: „Jetzt grad nicht – das musst du dir verdienen!“ ohne zu zögern trank sie von der Dienerin bis diese auch bewusstlos zu Boden ging. Rido sah Juri an: „Das, mach ich nicht weg.“ „Sag mal, was wolltest du eigentlich hier…warum bist du wirklich gekommen?“ „Ach ja, ich wollte eigentlich mit dir noch mal die Standardtänze durch gehen – morgen wollen wir uns doch nicht blamieren.“ Juri wurde Rot: „Oh, ja richtig…tanzen…es ist ein Ball…“ „Und hohe Leute aus aller Welt werden da sein.“ „Mach mich bitte nicht noch nervöser…“ Rido nahm Juri auf den Arm und schleppte sie in den Ballsaal der Villa. Der Prunkvolle Saal machte Juri noch nervöser und jagte ihr zugleich etwas Angst ein: „Rido, das ist mir Unheimlich…jeder kann zusehen.“ „Morgen wird weder zusehen.“ Juri drehte sich weg: „Ich bin krank!“ „Stell dich nicht so an, du hast doch schon so viele Tanzstunden gehabt…außerdem – lass mich dich führen und nichts wird schiefgehen.“ Seine Augen waren so überzeugend, dass sich Juri fast in ihnen verloren hätten.



    Rido hatte Musik angemacht und sie tanzten zunächst einen ruhigen Walzer aber dann legten sie auch noch einen flotten Quickstepp aufs Parkett. Juri sah in Ridos Augen und kannte die Schritte – sie beruhigten sie und entflammte sie zugleich. Neue Energie sprudelte aus ihr heraus – Rido konnte so gut tanzen und riss sie mit, sie lachte und wollte gar nicht mehr aufhören. „Einen Tango! Ich will einen Tango Rido!!! Einen erotischen Tango! So voller südländischer Leidenschaft!!“ rief sie während Rido sie in der Luft umherwirbelte.
    Haruka stand in der Tür und sah dem Tanzpaar neidisch zu – wie konnten sie nur – wieso hatten sie nur so viel Spaß?! „Was machen die da?!“ fragte Haruka mehr sich selbst als jemand anderes und meinte eigentlich den Grund für ihr Lachen. Mimi die auch zugesehen hatte fühlte sich jedoch angesprochen: „Sie tanzen.“ „Das sehe ich. Ich meine was soll das?!“ Mit einer Handbewegung legte Mimi ihr Haar  hinter ihr Ohr: „Tanzen ist die vertikale Darstellung eines Horizontalen Verlangens.“ „Hä? Sag mal!! Dafür ist Juri doch  noch viel zu jung!! Das horizontale Verlangen hat höchstens Rido der Perversling. Und er sollte aufpassen, dass ich ihn nicht gleich in die Horizontale bringe!“ Haruka kochte schon wieder und zog die Ärmel zurück.


    Gerade wollte er auf Rido zu stampfen, da wurde er von seinem Vater am Arm gepackt: „Ruhig, Sohn. Sie sollen ruhig üben, wenn das zu viel für dich ist, geh auf dein Zimmer.“ „UND OB.“ Haruka ging die Treppen nach oben und blieb vor Juris Zimmer stehen: leise ging er hinein und sah in den Kleiderschrank – da war es das Kleid! Am liebsten hätte er es zerrissen, aber so kalt war er nicht. Juris Tränen hätte er nicht standhalten können. Da kam ihm die Idee die Soiree vielleicht doch noch zu verhindern!

    Kapitel VII

    Jetzt wird sich entscheiden, ob Juri mit Rido auf die Soiree geht, oder ob Haruka es verhindern kann und am Ende selbst mit ihr geht.

    Es war 4 Uhr Nachmittags – nur noch wenige Stunden bis zur Soiree – Rido tastete nach dem Wecker und schlug ihn aus, dann vergrub er sich im Kissen und tastete nach seiner Bettdecke, die er in der Nacht irgendwo hingetreten haben musste. Als er sie gefunden hatte zog er sie auch noch über den Kopf. Entspannt genoss er die Wärme seines Bettes und dachte Schlaftrunken an Juri, wie sie neben ihm lag und ihm durchs Haar fuhr. Erneut klingelte der Wecker – genervt streckte Rido den Arm unter der Bettdecke hervor und tastete den Wecker ab – plums! Jetzt lag er auf dem Boden und klingelte fröhlich weiter. Der Verschlafene Reinblüter presste die Decke gegen die Ohren – aber die waren zu gut und er hörte das Klingeln weiterhin. Noch genervter hängte er den Oberkörper vom Bett und versuchte nach dem Wecker zu greifen – offenbar war er aber unters Bett gefallen, er konnte ihn nicht finden. Faul wie er war stand er nicht auf, sondern streckte sich noch weiter aus dem Bett.

    DONG. Mit dem Kopf war er gegen den Boden gestoßen, nach dem er das Gewicht zu weit aus dem Bett verlagert hatte. „AU!“ Dann schlug er mit dem Rücken auch auf den Boden und lag nun neben dem Bett. Er fröstelte etwas – nun ja er trug auch nur ein leichtes Hemd, vorne offen und seine Shorts. „Wenn ich schon mal da bin…“ nuschelte er und überstreckte den Kopf nach hinten um unters Bett schauen zu können. Da lag der Schlawiner! Rido leuchtete mit den Augen: „Du hast es nicht anders gewollt!“ Krach! Hinüber war der Wecker. Nun war es für ihn genau so viel Anstrengung den Wecker mit seinen Fähigkeiten zu Schrotten wie sich herumzudrehen und ihn auszumachen. Alle Viere von sich gestreckt lag er auf dem Fußboden und starrte die Zimmerdecke an heute war sein großer Tag! Er würde mit Juri tanzen – ohne, dass Haruka etwas tun könnte. Der Gedanke daran ließ ihn etwas wacher werden, er setzte sich auf und holte den Schrott des Weckers unter seinem Bett hervor. Als er alles hatte vergewisserte er sich, dass es alle Teile waren und fand nur Gähnende Leere vor – Perfekt. Die Teile warf er in seine Schublade und setzte sich auf sein Bett. Er wuschelte sich durchs Haar, das vom Schlafen noch völlig zerzaust war und stand auf. Aus seinem Schrank nahm er sich eine bequeme Hose und schlurfte aus dem Zimmer, die Treppe hinunter bis in die Küche. Mit schmalen Augen öffnete er die erstbeste Schranktür und nahm eine Schüssel heraus, aus einem nahegelegenen Regal hob er die Müslipackung und machte die Schüssel voll. Rido lehnte sich gegen den Kühlschrank und holte einen Löffel aus der Schublade und fing an zu essen.


    Da kam sein Vater hinein – schon fertig angezogen für die Soiree - und musterte seinen Sohn: „Sehr adlig wie du da dastehst.“ Die Ironie  war deutlich zu hören. „Den Besen verschlucke ich erst nach meinem Frühstück.“ Ähnlich wie Rido kam nun auch Juri in die Küche – noch im Nachthemd mit zerzausten Haaren, ganz verschlafen. „Hallo, O – Nii – sama, hallo O – Too – sama…“ Juri ging an Rido vorbei um an den Kühlschrank zu kommen und bemerkte im Vorbeigehen: „Du hast die Milch vergessen…“ sie öffnete die Kühlschranktür und legte Käse auf den Tisch, dann kippte sie Rido noch einen Schuss Milch in sein Müsli. „Aha.“ Machte dieser. Juri schob eine Schublade auf und holte ein Laib Brot heraus – Schnitt mit dem Messer äußerst schief ein Stück ab und legte ihren Käse darauf. „Euch ist schon klar, dass wenn die Soiree um 8 Uhr beginnt wir spätestens um 6 hier aufbrechen.“ Rido und Juri hielten inne. „Bis dahin müsst ihr komplett fertig sein! Also macht nicht ganz so Zeitlupentempo, ja?“ Juri fiel auf, dass sie sich noch Duschen musste, das Kleid anziehen, die Haare machen und ihre Handtasche packen musste! Schlagartig wach schlang sie ihr Brot hinunter kippte ein Glas Milch hinterher und sauste aus dem Zimmer. Rido hatte sich unterdessen einen Schöpflöffel aus der Schublade genommen und zwang sein Müsli in 3 Kellen hinunter. „Damit hättest du gestern rausrücken können!!“ warf er seinem Vater vor und huschte auf sein Zimmer. In Windeseile hatte er seinen Duschkram zusammen und eilte zum Badezimmer, welches gerade von innen verschlossen wurde. „Juri…“ „Geh doch unten ins Bad!“ Rido seufzte und ging ins untere Bad, machte die Dusche an, bis das ganze Bad eingenebelt war und genoss das heiße Wasser.
     Zur Kontrolle viel sein Blick auf die Uhr – schon viertel vor 5! Es war nur noch wenig Zeit bis zur Abreise. Wahllos seifte er sich ein, huschte aus der Dusche – gerade noch verhinderte er dass er ausrutschte – band sich ein Handtuch um die Hüfte und hetzte nach oben. Als er an Juris Bad vorbei ging klopfte er laut: „Es ist schon 5 Uhr – du hast nur noch eine Stunde!!“ Ein schrei war zu hören. „Sag mal Rido, kannst du dich nicht abtrocknen bevor du das Bad verlässt – du machst alles nass.“ Rief seine Mutter. „Keine Zeit!!“


    Im Zimmer öffnete er den Schrank – wo war sein Anzug?! Er hatte ihn doch hier hinein gehängt…Dann fiel ihm die Leere unter seinem Bett wieder ein! Da müssten doch seine Schuhe stehen. Er schaute noch einmal nach – nichts – gar nichts! Wie konnte das sein?! Nervös durchsuchte er den ganzen Schrank – da kam sein Vater zur Tür hinein: „Sag mal Rido…hast du noch einen Regenschirm? Es schüttet monsunartig…und ich kann im ganzen Haus nicht einen finden. „Klar.“ Sagte Rido gestresst und zog eine seiner Schubladen raus – kein Schirm?! Er hatte doch immer 3 Stück! Er zog weitere Schubladen auf – keine Schirme – nicht mal sein Regenmantel war da. „Wie kann das sein?“ fragte er seinen Vater, dieser schien ratlos. Ein schriller Schrei hallte aus Juris Zimmer – schnell rannte Rido zu ihr und schlug die Tür auf. Juri stand noch immer im Handtuch da: „Es ist weg! Wo ist mein Kleid!?“ ihr standen die Tränen in den Augen. „Ich hab es gestern noch in den Schrank gehenkt…ehrlich – aber es ist nicht mehr da…“ „Bei dir also auch….“ „Auch?“ „Mein Anzug ist auch weg!“ „Warum?“ Rido schaute in Juris Schrank: „Haruka!“ „Das glaube ich nicht Rido…Haruka ist zu gutmütig!“ „Ja, wenn er bekommt was er will!“ Wütend stampfte Rido in Harukas Zimmer, dieser zog sich gerade ordentlich an. Ohne auf seinen jüngeren Bruder zu achten öffnete er dessen Schranktür und durchsuchte Harukas kompletten Kleiderschrank. „Aniue, was soll das?“ „Wo sind unsere Sachen!“ „Reg dich ab, mein Anzug ist auch weg, ich ziehe den von letztem Mal an – Juri hat doch auch noch ihr blaues Kleid, dass ich mit ihr zusammen rausgesucht hatte. Du hast doch bestimmt auch noch einen  alten.“ „Ach ja, schön ausgetüftelt!“ schimpfte Rido. Juri kam dazu: „Und?“ „Er hat sie nicht im Schrank, aber irgendwo muss er sie versteckt haben!“ „Lass gut sein Rido, er trägt ja selbst den Anzug von letztem Mal.“ „Juri, zieh doch einfach das Blaue Kleid an – ich hab noch ein Geheimfach für Schirme wenn mal Not am Mann ist – wir können uns einen teilen.“  „Sag mal geht’s noch? Das ist ja wohl mal sehr verdächtig!“ Juri ging wieder zurück. „Beweis es mit doch Aniue!“ „Ha, vergiss es! Wenn ich mich mit dir streite, dann darf ich nicht weg!“ Auch Rido verließ Harukas Zimmer und machte sich fertig.


    Juri kam in Ridos Zimmer, ganz feucht waren ihre Augen – ja den Tränen nahe. Sie trug ein dunkelblaues Kleid, verziert mit Schleifen und um den Hals trug sie den Lapis. „Es tut mir leid…“ sagte sie.  Auch Haruka kam dazu: „Oh bezaubernd wie dir dieses Kleid steht, Juri! Einfach super. Erinnert mich an die letzte Soiree.“ Juri wandte den Kopf zu Haruka – mit totunglücklichen Augen: „Wo kann es nur sein…ich hatte mich die ganze Zeit so darauf gefreut es heute tragen zu dürfen…und jetzt ist es weg.“ Ihre Stimme bebte, Haruka stand wie angewurzelt da: „Aber das Kleid ist doch auch wunderschön, außerdem kannst du dazu die Lapis Ohrringe tragen, die ich dir zum Geburtstag geschenkte hatte – die magst du doch so.“ Zwei riesige Kullertränen liefen ihre Wangen herunter: „Aber ich wollte das Neue anziehen.“ Zwei weitere Tränen folgten. „Juri…Aber du bist auch so bezaubernd.“ Rido stand wie angewurzelt da – trösten war noch nie seine Stärke. Juri rannte in Harukas Arme und weinte bitterlich.
    Haruka konnte es nicht mehr ertragen und löste sich aus ihrer Umarmung. Wie von einer Tarantel gestochen rannte er in sein Zimmer. „Haruka!!“ „Seid ihr bald soweit? Ihr habt noch eine viertel Stunde.“ Mahnte der Vater seine Kinder. „Ja.“ Sagte Rido. „So kann ich nicht weggehen Rido!!“ Heulte Juri. „Bis wir dort sind, werden die Tränen getrocknet und die Augen nicht mehr rot sein.“
    „Hey Juri!! Komm mal schnell – ich hab dein Kleid gefunden; es ist doch in deinem Schrank!“ rief Haruka aus Juris Zimmer. Schnell rannte Juri zu ihm: „Wo?“ „Hier unter deinem Mantel…“Die Dienerin hat ihn bestimmt beim Einräumen drüber gehängt.“ „Oh…danke…“ Juri zog sich schnell um – so schnell sie konnte. „Noch schnell die Haare…“ „Ist es doch wieder aufgetaucht!“ rief Mimi erleichtert auf, die gerade am Zimmer vorbeigegangen war. „Ja, es war im Schrank, Hana muss wohl den Mantel drüber gehängt haben!“ „Dann können wir die Suche einstellen?“ „Naja, Ridos Anzug fehlt noch, aber hilf mir bitte erst mit meinen Haaren – deine sehen immer so ordentlich aus.“ „Wie ihr wünscht.“ Mimi half  Juri ihre Haare wieder so elegant nach oben zu stecken. Die junge Dienerin mit den Bronzefarbenen, langen, welligen Haaren und den Smaragdgrünen Augen hatte Talent im Umgang mit Haaren. „Super, Danke!! Sieht besser aus als gestern! Du solltest Frisöse werden oder irgendwas mit Kunst…“ „Ich könnte mir niemals vorstellen von hier fortzugehen – Juri – sama.“ „Manchmal ist es besser seinen Träumen zu folgen, Mimi. Mach was Besseres aus dir! Finde dein wahres Glück. Du bist wunderschön, jung attraktiv – du kannst dir einen reichen Mann suchen, du kannst so viel noch machen!“ „Ich werde nicht fortgehen, Juri – sama.“ „Du musst dich nicht an uns binden – eines Tages wird dich die Sehnsucht packen – eines Tages wirst du dir wünschen dich zu verlieben, deinen eigenen Weg zu gehen; wenn der Tag kommt, nutzte ihn, denk nicht drüber nach – Finde deinen Weg, deine Zukunft, dein Glück! Lass es nicht soweit kommen, dass du eines Tages hier sitzt und denkst – was hätte ich nicht alles aus meinem Leben machen können.“


    Juri stand auf und zog den ersten Handschuh an, da fiel ihr auf, dass der linke fehlte – im gleichen Moment stand Rido mit eben diesem in der Tür. „Woher…?“ „Er lag auf dem Gang – zwischen Harukas und meinem Zimmer…“ Juri schaute Haruka schockiert an – selbst wenn Rido ihn gehabt hätte – er war die ganze Zeit bei ihr und er hätte auf dem Weg von Ridos Zimmer in ihres liegen müssen – aber da war nichts. „Haruka…du hast…Ich dachte er wäre in meinem Schrank gewesen – unter dem Mantel?“ Rido rannte von der Tür weg – mit dem Handschuh und eilte in Harukas Zimmer. Nun durchsuchte er nicht nur den Schrank, sondern alle Klamotten, die unter einem Anzug oder einem Mantel hingen – und da war auch sein Anzug.  „Haruka, jetzt beeil dich, wo ist Rido…Rido…? Das ist Harukas Zimmer.“ „Ich weiß, ich habe hier meinen Anzug gefunden.“ Der Vater starrte Rido ungläubig an und schickte diesen raus sich fertig zu machen, selbst suchte er das Zimmer nach den Regenschirmen ab – und fand sie unterm Bett.


    20 Minuten nach 6 stiegen die Kurans in die Kutsche – bis auf Haruka, der nach dem er erst alles Rido in die Schuhe schieben wollte dann doch gestand und nun Hausarrest hatte. Rido war überwältigt von dem Kleid dass seine Schwester  trug – sowie der Frisur.
    „Juri, du siehst schon gleich viel reifer aus.“ Lobte er sie. Juri schaute geschmeichelt aus dem Fenster. Noch immer konnte sie nicht glauben, was Haruka getan hatte. „Juri, Rido, denkt daran; ihr seid quasi die Kinder des Königs – so solltet ihr auch auftreten. Anständig, gesittet, elegant – hast du gehört Rido!“ „Ja. O – Too – Sama…“ Warum traut er mir nicht zu anständig zu sein? Fragte sich Rido.   Kurz nach acht Uhr kam die Kutsche an der Villa an. Ein Bediensteter der Gastgeberfamilie half den Damen beim Aussteigen. „Willkommen – Kuran – sama.“ Er verneigte sich tief. „Erst werden wir den Saal betreten, dann ihr beide.“ Belehrte der Vater. Die Tür öffnete sIch – ein herrlich geschmückter Ballsaal war zu sehen und die Musik spielte bereits. Rido hielt Juri den Arm hin, an welchem sie sich einhakte: „Ich bin so nervös, O – Nii – sama!“ „Keine Panik, du kannst die Schritte auswendig – nein besser – du hast sie im Blut.“ Elegant, langsam und erhaben betraten nun auch Rido und Juri den Saal – alle Vampire verneigten sich – es wurde still. Ähnlich wie sein Vater es gemacht hatte begrüßte auch Rido die Gäste und hielt sie an weiter zu tanzen. Ein Vampir kam auf sie zu – auch rein Reinblüter: „Guten Abend, Juri – san und…du musst Rido – san sein wenn ich mich nicht täusche…Man erkennt es an diesen sonderbaren Augen.“  Rido hatte diese Augengeschichte so satt…als er ein kleiner Junge war, wurden seine Eltern oder er selbst von jedem gefragt, was das zu bedeuten hatte – teilweise auch von Level B Vampiren. Und nun gab es immer noch welche, die es nicht lassen konnten. „Dürfte ich wohl die Ehre haben, an diesem Abend auch mit Juri – san zu tanzen?“ „Nicht bevor ich es nicht selbst gemacht habe…“ wies Rido den Reinblüter ab. „Wer sind Sie eigentlich?“ wollte Juri wissen. „Ich bin aus dem Hause Shôto.“ „Ah…Shôto…“ Juri kannte den Namen, konnte ihn aber nicht zuordnen.


    Den ganzen Abend lang tanzte Rido mit Juri, vom Walzer über Quickstepp bis hin zu Freestyle Tänzen. Schwungvoll wirbelte Juri mit Rido immer wieder durch den Tanzsaal. Ihre Augen leuchteten – der Ball war doch gar nicht so schlecht, genau genommen amüsanter als die Soireen wo man nicht so viel tanzt und sich stattdessen geheuchelte Reden anhört. Bis 2 Uhr morgens hatten sie fast unentwegt getanzt. Ab und zu unterbrochen um einen Snack zu sich zu nehmen. Nun war sie sehr außer Atem, sie lehnte sich gegen die Wand und schaute Rido an der sie mit verführerischen Augen ansah. „Ah, Rido…ich bin so fertig…meine Füße sind wund…“ „Lass uns kurz in den Garten gehen und sie heilen…“ „Guter Plan.“


    Juri und Haruka verließen den Saal und gingen in den Garten – es war still, man konnte nur ab und an ein Käuzchen hören. Am Himmel stand dick und rund der Vollmond, zeitweise bedeckt von Wolken fetzten. Es war kühl, aber es regnete nicht mehr. Das Gras war nass und es roch nach nasser Erde. Juri zog die engen Schuhe aus – kaum befreit begannen sie schon wieder zu heilen. „Oh schau nur der Mond…wie schön!“ Juri betrachtete den Mond eine ganze Weile. „Da schaue ich lieber dich an Juri.“ Sagte Rido nach dieser Weile und drehte sie zu sich. „Dein Blick ist immer so fesselnd! Er reißt mich immer so mit!“ Rido ging mit seinem Kopf ganz nah an Juri heran, diese errötete – ihr Herzschlag wurde schneller.
    Rido sah Juri in die Augen, am liebsten würde er sie hier und jetzt verschlingen – ihr Duft war so süßlich und warm, er konnte das Pulsieren ihres Blutes sehen und legte seine Hände in ihre Haare. Dann zog er ihren Kopf an sich heran und schaute sie einen Moment durchdringend an – so dass Juri eine Gänsehaut bekam. Im nächsten Moment legte er seine Lippen auf ihre und Juri erstarrte zunächst, ging dann aber darauf ein. Das war viel heißer als damals mit Haruka…Juri wollte sich einfach nur fallen lassen und hoffen, dass der Augenblick nicht vergehen würde – Rido konnte so besitzergreifend und ja manchmal auch grausam sein…aber er hatte auch eine ganz andere Seite!


    Rido schwor sich er wollte Juri nie mehr loslassen, Haruka war doch selbst schuld wenn er Juri mit seinen dezenten Küssen nicht überzeugen konnte…Da war er sich ganz sicher.
    Haruka, der unterdessen zu Hause bleiben mussten, hatte ein ganz ungutes Gefühl, Rido war seiner Meinung nach auf keinen Fall der Richtige für Juri. Rido war einfach zu unbeherrscht und konnte sich schlecht an Regeln halten – und Juri hatte mit Regeln und Autoritäten auch ein gewisses Problem – das konnte nur im Desaster enden. Jedoch war ihm auch bewusst, dass er sich um  Juris Vertrauen zurück zu erlangen ordentlich reinhängen musste. Juri hatte ihm vor der Abreise noch gesagt (auf die Frage ob sie ihm verzeihe) dass es schwer ist Vertrauen, dass man einmal verloren hat zurück zu gewinnen. „Warum hasst Juri mich jetzt so? Warum kommt sie mit diesem Kindskopf Rido besser zurecht?!“ Er war im Zimmer geblieben während Mimi und Ayame putzten / Aufräumten. Mimi, die Juri am besten einschätzen konnte unterbrach ihre Arbeit und sah in Harukas Richtung: „Nun ja…Juri – sama hasst die engen Ketten der Gesellschaft – sie empfindet es als  Qual so hohes Ansehen zu haben und dass man so viele Erwartungen in sie steckt…keine Frage Rido – sama  würde ihr in einer Ehe sicher Ketten anlegen wollen, aber er bindet sich nicht an die Ketten der Gesellschaft. Ihr, Haruka – sama, legt großen Wert auf Etikette, seid von Adel durch und durch – Ihr wisst eine Gesellschaft zu führen, Ihr wisst wie man sich verhalten muss, für Juri - sama ist das ein goldener Käfig, den sie bei Rido verlassen kann…Versteht mich nicht falsch…ich meine damit nicht, dass Ihr sie nur erobern könnt wenn Ihr währet wie Rido – sama, ich meine nur, ihr müsst sie vielleicht von diesem Käfig ablenken…“ Haruka ließ sich aufs Bett fallen: „Unsere Gesellschaft wird den Bach runtergehen….Mit Pauken und Trompeten…“


    Rido hatte sich mit Juri eine ganze Weile draußen aufgehalten – keiner von beiden wollte zurückgehen. Für Rido hatten die doch allesamt Besen verschluckt und für Juri waren es die größten Heuchler der Nation. „Es ist so ungezwungen mit dir, ich habe nicht das Gefühl gleich wieder hinein zu müssen, um der Welt vorzuheucheln wie toll und perfekt doch alles ist. Perfekt ist es im Moment, mit dir hier draußen – fern der Gesellschaft. Mit dir kann man Äpfel stehlen wirklich O – Nii – sama, du versuchst mir keine Moralpredigten zu halten. Mit dir könnte ich durchbrennen…“ „Du weißt, dass wir als Reinblüter überall auffallen. Aber mit dir würde ich auch gern abhauen, ein paar Diener mitnehmen – und naja Spaß haben. Würde ich mich anders verhalten – so wie Haruka – würde Vater sicher auch kein Problem damit haben, mich an der Spitze des Kuran – Clans zusehen…doch so werde und will ich niemals sein. So steif und langweilig.“ „Ich auch nicht! Ich will frei sein! Ich liebe Abenteuer, will was erleben, z.B. wie es ist als Mensch zu leben!“ „Du willst wissen wie es ist ein Wertloses, schwaches Geschöpf zu sein?!“

    Juri antwortete nicht sondern legte einfach ihren Kopf gegen Ridos Brust, sie war anderer Meinung, aber wollte jetzt keinen Streit. Rido würde auch seine Machtposition niemals aufgeben wollen – da Vater lieber Haruka als Oberhaupt der Kurans sehen wollte, war Rido sowie so immer mehr auf der Seite des Senats, den sein Großvater vor kurzem ins Leben gerufen hatte. „Ich geb‘ dich nie mehr her, Juri!“ flüsterte Rido und drücke sie fester an sich, Juri hob die Hand und drückte seinen Kopf soweit hinunter, dass sie in sein Ohr sprechen konnte: „Ich möchte gern auf dieses große Fest in Kyushu gehen…am Aso – Kazan…da werden viele Menschen sein und Spaß und Party! Ich möchte niemanden aussaugen, nein ich will einfach mal Spaß haben – wilde Tänze, singen, die ganze Teenager – Palette eben! Und Haruka würde dem nie zustimmen…bitte, begleite mich! Ich werde alles auf meine Kappe nehmen, du kannst der sein, der mich zurückgeholt hat.“  Rido küsste ihren Nacken: „Wann ist es denn – wilde Tänze klingt sehr verlockend…“ „In zwei Monaten. Es beginnt nachmittags um 4 Uhr, geht aber bis Nachts.“ „Nun gut – ich werde einen Plan austüfteln um mit dir verschwinden zu können!“ Juris Augen funkelten voller Hoffnung – erneut gab sie Rido einen Kuss auf die Lippen.

    Kapitel VIII

    Rido und Juri machen sich auf zu dem Fest am Aso - Kazan. Rido hat fest vor ihr dort Näher zu kommen...Juri will einfach mal richtig ausgelassen sein können - ohne den Druck der Gesellschaft auf den Schultern lasten zu haben: Doch dafür muss erst einiges Organisiert werden - denn so einfach entkommt man nicht aus einer Reinblüterfamilie =).

    Es waren alle Vorbereitungen getroffen; heute Morgen würde es losgehen, in aller Früh. Vor zwei Monaten hatte Juri Rido gefragt, ob er nicht mit nach Kyushu wolle und er hatte zugestimmt. Die Zeit dazwischen war ohne  große Vorkommnisse verlaufen. Juri hatte Haruka seine Aktion mit dem Kleiderverstecken vergeben und sie versöhnten sich; dennoch: Juri hatte ihm weder von dem Vorhaben noch von dem Kuss erzählt. Eigentlich hatte Rido mit dem Kuss herumprahlen wollen, doch Juri bearbeitete ihn solange, bis er nachgab (sie drohte ihm mit Kussverbot). Aus eigenem Interesse hielt auch Rido den geplanten Ausflug nach Kyushu geheim – Haruka würde mit Sicherheit ihren Vater informieren und das war das letzte was er gebrauchen konnte. Zudem würde es ihm die Chance nehmen mit Juri allein zu sein.


    Sie wollten gegen 6 Uhr morgens aufbrechen – also kurz nachdem alle anderen zu Bett gegangen waren – so würde ihre Abwesenheit am längsten unbemerkt bleiben. Juri war angespannt und hatte Mühe es zu verbergen – immer wenn jemand fragte, rang sie nach Worten und Erklärungen. Heimlich packte sie ihre Sachen – doch bei jedem Geräusch fuhr sie zusammen und versteckte die Tasche unter ihrem Bett. (Meist unbegründet)
    Rido kam ins Zimmer wieder versteckte sie beinahe zu Tode erschreckt die Tasche: „Ach, Rido….du bist es….Kannst du nicht anklopfen? Ich hätte fast einen Herzinfarkt gekriegt!“ Juri war ganz außer Atem, Rido kicherte: „Du solltest viel lockerer an die Sache herangehen. Sei doch nicht so verkrampft.“ Er kam näher und legte ihr die Hände auf die Schultern, dann gab er ihr einen Kuss ans Ohr. „Du hast leicht reden…dein Gewissen möchte ich haben. Was wenn es jemand sieht?“ „Wechsel einfach von ein- zu auspacken! Du hattest doch gestern etwas Zoff mit Mutter, wegen dem Kochen: sag du wolltest gestern abhauen, hast dich aber beruhigt und willst alles wieder ausräumen. Ganz einfach.“ Juri war nicht besonders überzeugt: „Ja…ganz einfach…Ich habe ein Gewissen – ich kann nicht lügen! Das raffen die sofort!“ Rido seufzte: „Da hast du allerdings Recht…“

    Oh man, so werde ich nie fertig! Was mach ich nur?“ „Was willst du überhaupt alles mitnehmen? Ich habe nur Proviant, einen Schirm und Sonnencreme dabei.“ Juri sah ihn entgeistert an: „Hallo?! Ich gehe auf eine Party – da kann ich ja wohl kaum die Reisekleidung tragen! Nein ich nehme 2 Kleider mit, jeweils passende Schuhe dazu, eine Handtasche zu beiden, Schmuck aller Art und Schminke – ich will ja etwas älter wirkten…und nicht so vampirisch…“ „Juri…wie alt bist du noch mal?“ „13.“ „Eben, warum brauchst du gleich einen ganzen Beauty – Salon im Gepäck? Das Fest dauert eine Nacht – wie oft willst du dich umziehen?“ „Wenn nun ein Kleid schmutzig wird, dann muss ich doch wechseln. Und Parfum brauch ich um attraktiv zu riechen.“ Bekannte Juri stolz. Rido legte seine Hand vors Gesicht: „Du bist eine Reinblüterin  – du wirkst ohnehin anziehend und Attraktiv: Auf Menschen wie auf Vampire.“ „Männer.“ Bemerkte Juri schnippisch. „Ja, ja ist ja gut…ich habe sogar eine Karte dabei, damit ich sie lesen kann.“ „Huh? Ach was im Notfall fragen wir nach dem Weg!“ „Müssen wir jetzt die Mann – Frau Nummer abziehen?“ Juri lachte und schüttelte den Kopf: „Nein, aber du hast damit angefangen!“ „Bis nachher!“ Rido verließ das Zimmer – immer dieser Weiberkram…und da behaupte einer Reinblüter seien allmächtig! Frauen verstehen können sie aber nicht! Keiner kann das, die verstehen sich nicht mal selbst – so viel war ihm klar.


    Um den Sonnenaufgang waren alle im Bett, auch Juri und Rido lagen in den Federn – zur Tarnung versteht sich! Nach dem ihm Mutter und Vater einen guten Schlaf gewünscht hatten, wartete er noch eine halbe Stunde und stand dann auf. Leise stand er auf und setzte seinen Rucksack auf dann nahm er seine Schuhe in die Hand und schlich in Juris Zimmer. „Hey…“ sprach er sie an. Sie war wunderschön wenn sie so zart im Bett lag, ganz weiche Gesichtszüge – eines Engels gleich. Rido leckte seine Lippen, doch es war noch zu früh! Würde er jetzt zubeißen würde sich der Duft im ganzen Anwesen verbreiten und die anderen wecken. Sacht berührte er Juris Schulter. Diese schlug die Augen auf: „Ist es soweit?“ Rido nickte mit einem selbstbewussten Lächeln auf den Lippen. Juris Augen strahlten: „Super!“ sie stand auf, zog eine Kutte über und stieg in die Schuhe – doch Rido hielt sie zurück: „Tu das nicht!“ „Soll ich etwas barfuß gehen?“ flüsterte Juri ungläubig. Rido nickte: „Nur bis wir draußen sind. Die Schuhe ziehen wir draußen an – wir bekleiden uns erst draußen – drinnen wollen wir nicht auffallen.“ Juri nahm skepitsch ihre Reisetasche in die Hand: „Das ist doch auch auffälllig…“ Rido schüttelte den Kopf: „Nein, nein, die nehmen wir auch nicht mit! Wir werfen die Taschen zum Fenster hinaus und das samt Schuhen und Kutte.“ „Warum gehen wir nicht auch so hinaus?“ „Einer von uns könnte – aber einer muss innen hindurch um das Fenster zu schließen. Was wäre dir lieber?“ Juri zuckte mit den Achseln: „Egal.“ „Ok. Ich gehe innen lang und du bringst die Sachen raus – wenn alles draußen ist schließe ich das Fenster und du verlässt das Gelände Richtung Wald. Am alten Schrein treffen wir uns.“ „Bis zum alten Schrein soll ich in Nachthemd laufen?“ „Hey, der alte Schrein ist nicht so weit! Du wirst es verkraften! Sehen soll dich eh keiner – also  vermeide es gesehen zu werden.“ Juri nickte.


    Die junge Reinblüterin war voller Motivation – sie nahm Tasche und Rucksack und sprang aus dem Fenster; Rido warf ihr die Kutten und die Schuhe nach. Elegant fing sie die Sachen und huschte lautlos über den Rasen in Richtung Wald. Das Anwesen und der Rasen waren groß, sie beeilte sich um nicht erwischt zu werden. Harukas Zimmer war auf der richtigen Seite, falls er wach wurde, könnte er sie entdecken.
    Rido schloss das Fenster, dann legte er Juris Puppe und Kissen so unter ihre Decke, dass es aussah, als hätte sich Juri bis zu den Haaren unter die  Decke verkrochen. Als er aus Juris Zimmer herauskam stand Haruka auf dem Gang: „Was tust du bei Juri? Und dass um diese Uhrzeit?“ Rido legte dein Zeigefinger vor die Lippen: „Leise – sie schläft. Ich dachte ich hätte etwas gehört und ging hinein, doch es war nur der Wind. Ich war nur drin um die  Fenster zu schließen und die Vorhänge zu zuziehen.“ Harukas Blick entspannte sich: „Ach so…ich hatte auch etwas gehört. Dann nahm ich deinen Geruch wahr.“ Er warf einen Blick ins Zimmer und sah dann wieder seinen älteren Bruder an: „Tut mir leid…“ „Geschenkt. Ich muss jetzt erst mal für kleine Reinblüter.“
    „Tu das.“ Haruka ging wieder in sein Zimmer und Rido ging langsam die Treppe hinunter. Da hatte er gerade nocho mal Glück gehabt…Haruka war auf den Gang gegangen, von dort konnte er nicht auf den Rasen sehen. Zudem hatte Rido seine Aura so verstärkt, dass er Juris überdeckte – so konnte Haruka ihre Abwesenheit nicht spüren. Nach 10 weiteren Minuten huschte auch er aus dem Haus.


    Die Sonne warf ihre ersten Strahlen durch die Blätter und Äste des Waldes. Juri hatte bereits die Kutte und ihre Schuhe angelegt. „Na komm schon Rido – was hat denn da so lange gedauert?“ „Haruka war wach – ich wollte sicher gehen, dass er im Zimmer bleibt – ich ging nach Osten vom Grundstück hinunter und bin außenherum in den Wald.“ „Dann ahnt er was?“ „Ich denke nicht. Los gehen wir.“ Rido zog sich schnell die Kutte über und schlüpfte in die Schuhe – schon waren sie losgerannt. Die Zeit war knapp – die Sonne ging rasch auf und tauchte die ganze Welt in bunte Farben: Farben die ein Vampir selten so zu Gesicht bekommt. Für Rido war der Tag immer grell, rau und aggressiv – die Nacht hatte etwas Geheimnisvolles und zugleich Zartes an sich. Alles wirkte weicher und dunkler – erst in der Nacht konnte man die ganze Schönheit der Reinblüter bewundern. Juri hingegen liebte den Tag – er wirkte so lebendig und fröhlich, so wie ihre Natur es war. Sie genoss die warmen Sonnenstrahlen und die Farben der Natur. Die Blüten in ihren verschiedensten Farben, den hellblauen Himmel, die saftgrünen Bäume – doch auch die Tiere, die nachts schliefen. Für Vampire war das Sonnenlicht schmerzhaft in den Augen, auch weil sie empfindlicher waren und es obendrein nicht gewohnt waren; doch Juri empfand es schnell als ertragbar, so war sie eben.


    „Rido! Eine Rast! Bitte!“ Rief Juri nach dem sie um die 5 Stunden durch gerannt waren – ihr Bruder hatte sie überholt und sie konnte den Abstand nicht mehr konstant halten: er wurde immer größer. Rido machte halt und drehte sich um: „Wo bleibst du?“ „Ich…kann nicht…mehr. Bitte – ich habe Hunger…und Durst…und Durst…“ „Ist gut – komm aber wenigstens bis in den Schatten, ja?“ Juri nickte und ging die nächsten 800m bis sie bei Rido ankam. Dieser hatte inzwischen zwei Äpfel und die Sonnencreme ausgepackt. Die  Haut von Vampiren war nicht für UV – Strahlen dieser Stärke gemacht, zwar heilten sie auch schnell aber Rido empfand das Gefühl dennoch als unangenehm – und so konnte er vorbeugen. „Was wird das, Rido?“ „Prophylaxe. Ich beuge Sonnenbrand vor.“ „Ah, gute Idee.“ Juri wirkte tatsächlich außer Puste und ermüdet – so lange war sie noch nie am Stück unterwegs gewesen.
    Rido zog die Kutte aus knöpfte sein Hemd auf, dann zog er den Kragen zur Seite und legte den Kopf auf die rechte Seite: „Trink ein paar Schluck, auf dem Rückweg bin ich dann dran. Spätestens!“ Juri nickte und sie merkte wie ihr das Wasser im Mund zusammen lief. Gierig biss sie in seinen Nacken und trank genüsslich. Jeder Schluck war Energie pur, sie schmeckte, wie leidenschaftlich seine Liebe zu ihr war und auch den Durst, den er in ihrer Gegenwart ertragen musste. Das warme Blut glitt durch ihre Kehle und floss an ihren Mundwinkeln herunter. Mit ihrer Hand grub sie sich in die Haare ihres Bruders – wieder hatte sie seine durchdringenden Augen im Kopf, wie er sie mit seinem verführenden Blick ansah. Ein starkes Verlangen war in seinen Augen, als wolle er sie verschlingen – und ihr war, als wolle sie das in eben diesem Moment. Rido hatte seine geliebte Schwester fest umschlungen. Schluck für Schluck genoss sie die Nähe ihres Bruders. Sie roch seinen Duft, den seines Blutes und den seiner Haut – die warme Haut seines Nackens konnte sie an ihren Lippen spüren.
    Hey, Juri…Blutarmut!“ Juri löste sich von ihm, Ridos Blick war verführend – wie in ihrer Vorstellung, doch sein Gesicht war blass. “Verzeih mir…Rido.” “Vergiss es, Juri. Ich bin ja auch noch dran – aber jetzt sollten wir weiter gehen.“ „Kannst du denn? Ich habe so viel Blut von dir getrunken…“ „Ich kann, mach dir da mal keine Sorgen.“


    Sie waren bis zum Meer gerannt und nahmen dort eine Fähre um nach Kyushu zu kommen, von dort waren sie noch 2 Stunden unterwegs, dann konnten sie von weitem schon den Aso – Kazan sehen. „Wow, schau dir den Mal an Rido!! Ist ja gewaltig – er dampft sogar.“ „Juri…es ist ein  Vulkan…“ „Glaubst du man überlebt einen Sturz in den Krater?“ „Als Reinblüter ja, aber es ist mit Sicherheit extrem unangenehm.“ Juri kicherte, dann packte sie ihren Bruder am Arm und eilte los – von weitem konnte man schon Musik hören. „Ist ja klasse – oh Rido, das wird ein Spaß! Jetzt mal so richtig die Sau raus lassen! Ganz ungehemmt! Du stehst Schmiere! Warne mich wenn einer kommt.“ Juri verschwand mit der Tasche hinter einen Baum und legte erst die Kutte und dann das Nachthemd ab. Sie zog ein grünes, glitzerndes Kleid an, das mit feinen Seidenrüschen bestickt war. Am Dekolletee war es mit Perlen und Steinen verziert. Dazu legte sie eine Kette an und Smaragdohrringe blitzten unter ihren Haaren hervor. Mit einer Bürste kämmte sie die Langen Welligen Haare und drehte sie zu einem Dutt. Links ließ sie eine dicke Strähne vors Ohr fallen.  Mit Wimperntusche und Liedschatten betonte sie ihre – für Rido – ohnehin schon bezaubernden durchdringenden Augen.
    Als sie hinter dem Baum hervor kam – elegant wie immer und optisch mindestens 3 Jahre älter – stand Rido der Mund offen. „Und?“ „Umwerfend, Juri, umwerfend.“ Juri schubste ihren Bruder: „Warum stehst du dann noch?“ Rido griff unter ihre Arme und wirbelte sie herum: „Weil ich wie ein Fels in der Brandung bin!“ Von Lustgefühlen überwältigt kicherte und Lachte Juri aus ganzer Seele heraus, selbst dann noch, als Rido sie wieder abließ. „Lass uns weiter gehen! Dann tanzen und rocken wir die…äh…den Vulkan! Meine Leidenschaft brennt so heiß wie das Magma in Aso – Kazans innerem!“ Rido hatte sich zuvor von Mimi eine relativ lässige Hose und ein Hemd bestellt. Etwas wollte er sich anpassen – und sich in seiner Kleidung freier fühlen. Kein Anzug – nein, heute war der nicht von Nöten. Juri wirkte fast etwas overdressed, doch Rido gefiel sie. (Wie immer)


    Auf einem Platz am Fuße des Aso waren bereits etliche Menschen versammelt – vor allem junge Leute. Eine Bühne war aufgebaut, aber keiner war darauf zusehen. Die Musik dröhnte und viele sangen mit. Juri mischte sich ohne zu zögern ins Getümmel, jeder sah sie und ihren Bruder an – sie waren auffällig. Rido genoss die Aufmerksamkeit und die Bewunderung – denn hier war Juri „seine“ Partnerin. „Komm Rido tanze! Tanze!!“ forderte Juri und bewegte sich rhythmisch zur Musik. „Das wird der schönste Abend meines Lebens!!“ rief sie laut.

    Kapitel IX

    Jetzt ist es aber so weit: Juri und Rido gehen zum Opfern - wie kommt Rido mit den ganzen "minderwertigen" Menschen klar? Aufjeden Fall bekommt er die Idee für sein persönliches Hightlight! Offenbar sind sie nich die einzigen Vampire - und wie reagiert Rido auf das Mädchen, das ihn anhimmelt??
    Rido und Juri machen sich auf zu dem Fest am Aso - Kazan. Rido hat fest vor ihr dort Näher zu kommen...Juri will einfach mal richtig ausgelassen sein können - ohne den Druck der Gesellschaft auf den Schultern lasten zu haben: Doch dafür muss erst einiges Organisiert werden - denn so einfach entkommt man nicht aus einer Reinblüterfamilie =). Viel Spaß mit dem nächsten Kapitel!

    Das erste was Juri ansteuerte war die Bühne, eine Gruppe junger Menschenmädchen präsentierte einen ihrer Songs. „Wow, das ist doch einfach fantastisch, nicht wahr, O – Nii – sama?!“ Rido, der mehr auf die Tatsache mit Juri hier alleine sein zu dürfen, statt auf die Musik ansprach atmete Juris Duft am Nacken tief ein: „Wie recht du hast, ich könnte mir nichts bezaubernderes Vorstellen. Hast du nicht auch einen brennenden Durst in der Kehle?“ Juri drehte sich zu ihrem Bruder: „Durchaus, aber ich finde wir sollten noch ein bisschen warten, bis wir uns gegenseitig ausschalten, weil wir zu gierig sind. Lass uns erst einige Zeit das Fest genießen.“ Rido atmete hörbar aus: „Ach Juri, du weißt genau, wie ich warten verabscheue!“ „Ein wenig Geduld solltest du schon aufbringen – mir zuliebe.“ Rido leckte Juri über die Halsschlagader: „Ich hasse es zu warten – ich bin zu ungeduldig…“ Sanft drücke sie Ridos Kopf beiseite und gab ihm einen Kuss auf die Wange: „Bitte.“ Mit seinem undurchdringlichen Blick sah er Juri tief in die Augen und fesselte sie damit. „Wenn ich mich hier amüsiert habe, dann darfst du mich zur Belohnung nach Herzenslust aussaugen – verschlingen.“ Juri hatte das Gefühl mal wieder vor Leidenschaft zu verbrennen – was um alles in der Welt machte Rido nur mit ihr? Es war als könnten seine Blicke hypnotisieren! Sie krallte sich in sein Hemd: „Mir ist so heiß…es ist als stünde alles in Flammen und schuld ist nicht der Vulkan…aber lass uns bitte noch etwas warten, dann steigt doch die Lust noch viel mehr!“ Rido seufzte: „Du bist so stur…aber genau das macht dich so heiß! Was hältst du davon wenn wir uns dafür noch ein paar Hors d‘ Oeuvres gönnen?“ (Hors d‘ Oeuvres nennt man in Vornehmen Restaurants eine „Appetitanregende Vorspeise). „Rido, ich will nicht, dass wir den Menschen etwas tun! Sie sind unschuldig!“ „Mag sein, aber ich habe sie auch keiner Tat beschuldigt – es ist doch das Wesen eines Vampirs, nach dem Blut anderer zu gieren und es ihnen zu rauben; Menschen sind da ganz vorne mit dabei auch wenn sie entsetzlich schwach sind. Uns brauchen diese schwachen unvollkommenen Wesen nicht zu kümmern. Sie nur, wie wir ihre Blicke auf uns ziehen – sie wissen, dass wir eine höherstehende Macht sind.“ „Und dennoch faszinieren sie mich…“ sagte Juri.


    „Hey ihr beiden, na kommt ihr auch zum Opfern?“ Ein Mann in Uniform stand hinter ihnen. Verwirrt drehten sich Juri und Rido um: was meinte er mit Opfern?! „Ah ich verstehe, ihr beide seid das erste Mal hier, nun dann werde ich es kurz erläutern: Also, wegen der Mythen aus der Vorzeit in denen man für die Götter die in den Vulkanen hausen Opfer dar brachte um sie zufrieden und gnädig zu stimmen spielen wir seit Jahrzehnten diesen Brauch nach. Wir opfern natürlich keine Tiere oder Menschen, das wäre natürlich unvorstellbar, aber wir lassen die Gäste Biomüll, Papier oder Holz mitbringen, dass sie hineinwerfen dürfen.“ Juri sah Rido an, der sich offenbar etwas ärgerte: „Och Mann und ich hab nichts dabei…warum haben wir Haruka nicht doch mitgenommen?“ Juri gab ihm einen unauffälligen Tritt gegen sein Schienbein. „Ach, das ist nicht so schlimm: wir haben auch Stöcke und  Tafeln, auf letztere kann man Symbolisch etwas hineinritzen: wie zum Beispiel einen alten Namen, den man abgelegt hat oder seine Kindheit – was auch immer.“ Juris Augen funkelten: „Oh super Rido lass uns losgehen!!“ sie schnappte seine Hand und sauste an dem uniformierten Mann vorbei. „Hey, sag mal weißt du wo es hingeht??“ Rief Rido überrascht. Die junge Reinblüterin blieb abrupt stehen: „Nö.“ „Kein Thema, ich zeige es euch.“ Lachte der Mann.


    Rido und Juri folgten ihm einen  langen Hang hinauf wo schon einige weitere Leute waren. An einem Stand verkauften sie tatsächlich Stöcke und Platten, auf einem Tisch daneben lagen Messer, mit denen man seine Symbolik auf die Platten ritzen konnte. Juri musterte die Bretter: „Sind die für umsonst?“ „Nein junge Dame, ein Brett kostet 300 Yen.“ Antwortete eine Frau, die hinter dem Tisch saß. „Ok…das ist ja Spottbillig!“ Oh nein! Da fiel ihr auf, dass sie gar kein Geld dabei hatte! „Sagen Sie gnädige Frau…Tauschen Sie auch?“ Rido hatte eine andere Idee. Die Frau lächelte und nickte: „Wenn Sie etwas von vergleichbarem Wert bei sich tragen, dann ja.“ Juri sah ihre großen Bruder irritiert an: Was könnte er bitte eintauschen wollen? Rido kramte in seinem Rucksack und riss von seinem Anzug einen Manschettenknopf ab: „Hier, der ist zwar deutlich mehr Wert weil er aus Gold ist, aber ich habe nichts besseres.“ „Wie kann ich glauben, dass dem so ist?“ „Nun ja…“ Begann Rido und sah ihr tief in die Augen: „Sie haben hier die einmalige Chance echt Gewinn zu machen, nutzen sie diese, werden sie reich – aber wenn ihnen das Risiko zu groß ist…dann kann ich auch nichts machen.“ Die Frau musterte  den Knopf, er glänzte golden, er war leicht, aber natürlich hatte sie keine Garantie, dass er echt war. Sie bemerkte die Ohrringe von Juri und vermutete, dass wenn sie so reich war ihr Freund sicher nicht mit weniger herumlaufen würde: „Ich gehe den Handel ein: nehmt euch jeder eine Tafel.“ „Danke O – Nii – sama!!“ Rief Juri und schnappte sich eine Tafel und ritzte auf den Holz herum.  „Was schreibst du da drauf?“ „Einen Moment…“ Rido wartete, bis Juri ihm ihr Werk präsentierte: „Tadaa!“ auf dem Holz stand groß und breit „Etikette“ drauf. „Was soll das bedeuten Juri?“ „Heute Abend verzichte ich auf jegliche Etikette die ich gelernt habe und  an die ich mich sonst halten muss!“ Rido grinste, ja das klang doch mal ganz stark nach seiner kleinen Schwester.   

    Eine Höhle führte ins Innere des Aso, mit Fackeln war der Weg erhellt. Es roch nach Qualm und Schwefel, Juri rümpfte die Nase: „Uh, was muffelt hier so nach viel zu harten, faulen Eiern?!“ Rido wandte den Blick zu ihr: „Das ist der Schwefel – offenbar ist das Gestein schwefelhaltig.“ „Na zum Glück! Ich hatte befürchtet, die würden hier faule Eier hineinwerfen.“ Einige Meter mussten sie in den Berg hinein gehen, nun wurde die Luft dicker und wärmer, die Höhlenwände färbten sich rötlich und aus einigen Stellen im Gestein drang qualm. Juri rückte von hinten immer dichter an Rido heran – das war ihr im Moment der sicherste Ort. „Hahaha!“ Lachte Rido, legte seiner kleinen geliebten Schwester den Arm um die Hüfte und zog sie näher an sich ran. Sie errötete. „Na, hat da jemand Angst?“ stichelte er und Juri senkte schmollend den Kopf: „Vergiss es!“ „Das Gefährlichste hier drinnen bin doch wohl eindeutig ich! Haha, und jeder andere sollte eigentlich vor Ehrfurcht erstarren!“ Ridos selbstbewusster Blick bereitete Juri eine Gänsehaut: Ja, vermutlich hatte er sogar recht.
    „Ehrfurcht solltet ihr vor dem Vulkan haben! Steht dicht beisammen – ich werde euch zum Kraterrand begleiten.“ Eine strenggekleidete, uniformierte Frau mit ebenfalls
    strengzurückgebundenen Haaren stand vor einer gelb-schwarzen Absperrung.

    Rido glaubte nicht richtig zu hören: wie sprach die Bitte mit ihm?! So bevormundend! Er war doch hier wohl der zukünftige König!!! Verärgert wolle er sie in ihre Schranken weisen, doch Juri packte ihm am Arm: „Bitte, O – Nii – sama, lass gut sein…“ Genervt atmete Rido aus und blieb still. Die Frau führte die beiden Vampire weiter in die Höhle hinein – die Luft wurde heißer und trockener und die Umgebung heller – röter. „So von hier an bitte nur noch das tun, was ich euch sage: bleibt dicht hinter mir.“ Juri packte Rido fester am Arm aus Angst, er könnte die Frau hier und jetzt enthaupten. "Mein Name ist Oshige – san und ich bin für eure Sicherheit zuständig, deshalb bitte ich euch inständig: tut was ich sage! Dort vor seht ihr einen Vorsprung, der direkt über die Magmakammer ragt, die Luft dort wird brennen sei es auf eurer Haut, in euren Augen oder eurer Lunge, nicht schmerzhaft auf kurze Zeit aber doch unangenehm. Auf dem Vorsprung seht ihr eine gelbe Kreidelinie: übertretet sie auf keinen Fall; auch wenn unter dem Vorsprung ein Netz gespannt ist – tut es nicht. Wer mit Lava in Berührung käme würde das nicht überleben. Haltet euch nicht zulange dort auf und tretet einzeln vor, der Rest wartet hinter mir.“ Oshige – san sah die vorwiegend jungen Menschen streng an und blieb stehen. Rido drehte sich um hinter ihm und seiner Schwester standen etwa 10 weitere Menschen; alle bis auf 3 von ihnen waren noch im Jungendalter. Ein Mädchen mit großen braunen Augen und Haselnussfarbenen Haaren, die ihr bis zu den Kniekehlen in Locken herunter fielen, sah Rido fasziniert und gefesselt an. In ihrer Hand hielt sie trockenes Brot.
    Juri ging zuerst nach vorn und warf ihre Tafel hinein – es gab ihr ein befreiendes Gefühl: „Jetzt du, O – Nii – sama!!“ Rido war überrascht, als Juri ihm förmlich in die Arme sprang – ihr Duft war so betörend. Ihre Blicke trafen sich. „Oh Mann – die Leidenschaft in deinen Augen ist so viel heißer als die Lava…“ beschwerte ich Juri völlig hingerissen, ihre Augen leuchteten.


    Zwar ging Rido auch nach vorn, aber er warf mit weniger Enthusiasmus seine Tafel mit der Aufschrift „Haruka“ in das Magma. Juri hatte er nicht gezeigt, was er draufgeschrieben hatte – es hätte nur unnötig zu Diskussionen geführt. Die Hitze und Zerstörungskraft des Magmas jedoch faszinierte ihn, sein Blick war voller staunen und Faszination. Wie gerne wäre er einmal näher heran gegangen…aber das musste wohl Juri zuliebe warten, bis die Opfergaben beendet waren.
    Vor der Höhle wartete Juri wie auf Kohlen: „Da bist du ja endlich!!! Ich will zu der Bühne zurück und mir das Konzert ansehen!!“ „Dann geh. Ich komme gleich nach, ich werde nur diese verrückte Tante fragen, wann die Opfergaben beendet sind.“  „Wozu?“ Rido sah Juri tief in die Augen und sagte mit leiser, geheimnisvoller Stimme: „Das wirst du dann erfahren, wenn die Zeit gekommen ist – gedulde dich ein wenig und du sollst die Feuer der Leidenschaft lichterloh brennen sehen.“ Juri spürte, wie ihre Knie beinahe weich wurden, ihr Herz begann zu rasen, ihre Hände wurden feucht: sollte sie das jetzt bedrohlich oder erotisch finden?? „Ich gebe dir Bescheid, sobald ich es weiß.“ Juri nickte und rannte dann völlig wirr im Kopf die  Wiese bis hin zu Bühne hinunter. Was ist nur mit mir los?? Warum schlägt mein Herz so schnell? Wie macht er das nur immer? Wenn das so weiter geht, verliere ich noch völlig den Verstand! Juris Kopf war ein einziges Chaos.


    Rido ging  wieder hinein und sah einen nach dem anderen heraus kommen – unter ihnen war auch das braunhaarige Mädchen, welches stehen blieb und Rido genauer ansah: „Mein Name ist Mori, Rumiko…du bist mit deiner Schwester hier…richtig?“ Rido nickte. Rumiko lächelte und strich sich das Haar hinter ihr Ohr, Rido bemerkte sofort, dass sie flirtete. Sie hatte einen elenganzen Wimpernschlag – dennoch könnte er nie an die Eleganz von Juri heranreichen. „Willst du etwas, Rumiko?“ Sie errötete, als er ihren Vornamen sagte: „Du hast wundersame Augen – so etwas habe ich noch nie gesehen – du strahlst eine solche Kraft und Anmut aus…Unfassbar!“ Das Blut pulsierte in ihren Adern – ihr Herzschlag war viel zu schnell, ihr Duft war angenehm – von Schwäche, aber angenehm. Rido beugte sich vor: „Hättest du Lust, dich mit Leib und Seele  verschlingen zu lassen?“ Seine durchdringenden Augen durchbohrten sie so sehr, dass Rumiko nach Luft japsen musste. Sie schaute zu ihm hinauf und spitzte die Lippen, warum nur hatte sie auf einmal so ein starkes Verlangen, diesen wunderschönen, geheimnisvollen fremden jungen Mann zu küssen? Instinktiv griff ihre rechte Hand nach dem Ärmel ihres Kleides und zog ihn leicht nach unten: „Ja, ich möchte mich mit Leib und Seele verschlingen lassen!!“ hauchte sie. Gerade wollte sie ihren Arm aus dem Ärmel befreien, da leckte ihr Rido den Hals ab und biss ohne zu zögern hinein. Obwohl es hätte schmerzen müssen, bemerkte Rumiko es kaum – ihre Endorphine betäubten den Schmerz. Rido trank so schnell, dass sie kaum Gelegenheit hatte, ihm durch die Haare zu fahren und abzutasten. Ihre Arme wurden schwach, sie spürte entsetzliche Müdigkeit, dann gaben ihre Beine nach und sie ging in die Knie: „Ge…nug…“ hauchte sei kraftlos und verlor kurz darauf ihr Bewusstsein. „Hey, was ist hier los?“ ein älterer Mann – er musste wohl der letzte gewesen sein aus der Gruppe – kam gerade um die Ecke. Gerade rechtzeitig registrierte es Rido und ließ Rumiko schlaff zu Boden sinken – er selbst nahm die Gestalt von vielen kleinen Fledermäusen an und flog dich an ihm vorbei. „Oh mein Gott!! Was ist denn hier passiert?!“ hörte Rido ihn sagen und nahm, als er außer Sichtweite war seine alte Gestalt wieder an.


    „Huh, sie lebt sogar noch…dafür, dass ihr Blut so schwach und Wertlos ist, hat es doch ganz gut geschmeckt.“ Er wischte sich mit dem Handrücken das Blut vom Mund und ging auf Oshige – san zu: „Hey alte, wann ist denn hier das Opfern zu Ende?“ „Ich verbitte mir diesen Tonfall! So erhältst du gar keine Antwort!!“ sagte sie streng. Rido kam mit leuchtenden Augen auf sie zu – ihr strenger Blick verschwand und wich dem blanken Entsetzen. Tief in ihrem Inneren spürte sie die Gefahr, die von diesem Jungen ausging. Ihre Hände wurden schwitzig. Mit seiner Fähigkeit lähmte er sie, doch es war unnötig, ihre Furcht vor diesem mysteriösen und doch wunderschönen jungen Mann hatte sie bereits bewegungsunfähig gemacht.
    „Bitte…wer…wer…sind sie?“ fragte sie – ihre Stimme bebte vor Angst die sie sich nicht einmal erklären konnte. „Wann ist das Opfern zu Ende – Sie erbärmliches Nichts?“ Rido sah sie durchdringend an. Oshige –san zitterte am ganzen Leib ihre Hände  waren ganz nass und ihre Augen füllten sich mit Wasser, doch sie verkniff sich zu weinen: „Eine Gruppe fehlt noch…Sie können sich gern noch mal anschließen…wenn Sie wollen...“ Rido lächelte selbstsicher: „Das wird nicht nötig sein – vertrauen Sie mir.“ „Was…haben Sie…vor?“ „Ich werde ihnen ihr Blut aussaugen – Sie haben sicher nichts dagegen.“ „DOCH!“ Rief Oshige – san entsetzt. Sie wollte weglaufen, doch ihr Körper gehorchte ihr nicht. Rido packe sie an den Oberarmen und biss ihr in die Halsschlagadern. Das Blut floss ihre Kehle hinunter es tat schrecklich weh – sie begann laut zu schreien: „HILFE!! HILFE!!! DAIKI, DAIKIII!! Bitte hilf mir…Daiki!!“ Ihre Angst löste lediglich noch mehr vergnügen aus: Nicht vergleichbar mir Juri, keine Frage, aber man konnte es vertragen. „Bitte nicht….“ „Ich bin ein Vampir – das ist unser wahres Wesen, ich kann es nicht verstecken!“ sagte er ihr ins Ohr und biss erneut zu. Rido spürte wie ihre Rufe schwächer wurden, dann wie ihre Kraft dahinsiegte und letztlich, wie das Blut aufhörte zu pulsieren und ihre Haut kühl wurde. Das Bluttrinken wurde beschwerlicher, das sich die ausgesaugten Gefäße durch den Sog den er aufbaute zusammenzogen und teilweise kollabierten – als kurzdarauf nichts mehr zu holen war, legte er den schlaffen, weißen, kühlen Körper ab: „Danke, O – Baa – Chan, das war lecker!“ Um kein nerviges Aufsehen zu erregen warf er ihren Körper über den Vorsprung und verließ die Höhle. Draußen standen noch etliche Leute; offenbar warteten sie darauf,  dass sie opfern gehen können. „Entschuldigung, wo ist Oshige – san?“ fragte ein uniformierter Mann – Rido zuckte die Achseln: „Keine Ahnung – im Aso ist sie nicht mehr.“ „Bitte?! Ich gehe nachsehen, falls sie dort nicht ist, werde ich wohl die Führung übernehmen…“ Wann wird die fertig sein?“ „Innerhalb der nächsten Stunde.“ Wenigstens mal eine kompetente Antwort, dachte sich Rido.



    Er verließ den Eingang und machte sich auf zur Bühne, wo Juri schon voller Enthusiasmus jubelte und kreischte. Sie konnte so unadelig und temperamentvoll wirken – aber genau das machte sie, so fand jedenfalls Rido, so heiß. Dem jungen Reinblüter viel der Kinnladen hinunter als er sah, wer auf der Bühne stand: die Jungs unten um diese herum waren ihr völlig erlegen – dem Vampirmädchen. Sie war definitiv ein Lv. C – hatte also auf jeden Fall einen Menschen in ihrer Blutlinie. Wie ekelhaft, fand Rido, wie konnte man sein Blut nur freiwillig so schwächen?! Ein Reinblüter war offenbar nicht unter ihren nächsten verwandten, vielleicht waren ihre Eltern Lv. B und Mensch, oder Lv. C und Mensch, vielleicht auch Lv. C und Lv B, oder zwei Lv. C Vampire. Ihrem Geruch nach zu urteilen war es vermutlich ein Level B und ein Level C Vampir. Es roch nicht DIREKT nach Mensch, aber definitiv indirekt. Er drehte sich zu einem der Jungs: „Hey, die Kleine da oben, wie heißt die?“ Der Junge lachte: „Findest du sie auch heiß?“ „Was? Die da?? Auf keinen Fall, so niederen Abschaum könnte ich niemals heiß finden.“ „Mann, was hast du denn für eine Hammer – Frau?? Das hier ist: Tamano, Hikari, sie ist 16 Jahre alt und geht auf eine teure Privatschule…ich finde sie super – mega – heiß. Rido wandte sich ab: so, Tamano…dann war offenbar ihre Mutter die adlige – er kannte jedenfalls keine Edelblüterfamilie mit Namen Tamano.
    „Heeeey!! O Mann das ist so toll hier – ich hab da was getrunken, das macht kirre in der Birne!“ „Alkohol…“ murmelte Rido – er sah, wie ihre Backen rot leuchteten, klar mit Manipulation könnte sie an alles herankommen, aber zum Glück bauten Vampire das Zeug schnell wieder ab und sie dürfte in wenigen Minuten wieder voll nüchtern sein. „Juhuuuu!!! Eine Party, eine Party!“ sie ergriff seine Hände und wirbelte herum. „OK, die ist wirklich heißer…“ bemerkte der Junge, mit dem Rido zuvor gesprochen hatte.


    Nach über 3 Stunden hörte Juri mit dem Trinken endlich auf aber Rido wusste, dass es nicht viel länger als 15 Minuten dauern würde, bis sie wieder nüchtern sein würde.. Erst torkelte sie und konnte kaum aufrecht gehen  - ihr war übel und sie hielt ständig die Hand vor den Mund. Während sie sich gegen eine Baum lehnte sprach Rido direkt in ihr Ohr: „Musst du jeden Laster der Menschen versuchen?? Ich werde dir einen fantastischen Ort zeigen, Juri – liebste Juri.“ Juri versuchte zu lächeln und weiter zu gehen – dabei stolperte sie beinahe über ihre eigenen Beine: „Oh….O – Nii – sama…mir ist…so…schlecht…“ Rido lachte und klopfte ihr auf den Rücken: „Ja,ja…aber gleich nicht mehr! Wie kann dich so ein Zeugs überhaupt reizen? Immerhin könntest du etwas viel berauschenderes kosten!“ Juri nickte: „Ja…ich weiß…wo ist jetzt dieser super – fantastische Ort?“ „Lass dich überraschen!“



    Rido hatte Juri wieder in die Höhle hineingeführt und konnte nun endlich aufhören sie zu stützen. „Was machen wir hier?“ „Wirst du sehen – aber geht es dir wieder gut?“ „Fast keine Übelkeit mehr!“ lächelte Juri. Rido nahm Juri an der Hand und sprang über den Vorsprung. „NEIN!! NICHT!! RIIIIDOOOO!!“ brüllte Juri, die sich nicht wehren konnte. Rido ließ einen Teil des Magmas so erkalten, dass es fest wurde und beide darauf stehen konnten. „Was sollte das?! Bist du des Wahnsinns?!“ Juri konnte kaum sprechen so sehr keuchte sie – jetzt war sie wütend. „HAHAHA, du bist so niedlich wenn du sauer bist! Was für eine Frage – schau dich doch nur mal um.“ Lachte Rido fasziniert und küsste Juri auf die Lippen.

    Juri wich etwas zurück: „Das ist doch wohl der Grund WARUM ich  frage: wir sind umzingelt von Magma – kochendem heißen Magma!! Links und rechts von uns schießen Feuerbälle in die Luft – es stinkt, es ist heiß – es ist…“ „Faszinierend!“ sagte Rido erneut und küsste sie wieder auf die Lippen. Wieder wich Juri aus. „Oh, Juri…warum  weichst du mir aus – du bist der Grund, warum ich hier sein will, deine feurige Leidenschaft passt nirgendwo besser hin!!“ „…als in eine Magmakammer?“ Rido packte Juris Kopf: „Herrjeh! Wie kannst du das nur nicht verstehen!“ nun küsste er sie intensiv auf den Mund und Juri konnte sich nicht mehr wehren – es gelang ihm wieder, jegliche Wut und negative Empfindung zu vernichten. In diesem Umfeld wirkte er noch mächtiger. Gierig roch er an ihrem Hals, dann biss er hinein und bemerkte – neben dem unsagbar köstlichen Blut – den Alkohol. Eine seltsame Kombination – er fühlte, desto mehr das er trank, dass auch ihm etwas komisch wurde; doch so schnell machte man einen Reinblüter nicht besoffen. Als Juri wieder in die Knie ging legte sich Rido neben sie: über ihnen die Gestein Decke – sie leuchtete Rot – Orange. „Was…du eigentlich?“ fragte Juri leise und schaute ihren Bruder an, dieser drehte den Kopf zu ihr und grinste: „Dich.“ „Hast du doch schon…du bist ja noch voller Blut – meinem Blut…“ seine gierigen Augen funkelten: „Ich will mehr.“ Nun ergriff er Juris Handgelenk.
    Was für ein seltsames Gefühl, mit Rido hier zu sein…es war so unwirklich – allein dieser Ort hier war unwirklich! Aber er hatte nicht zu viel versprochen, dieser Ort strahlte eine unglaubliche Macht aus. Juri war von Gefühlen überwältigt: wen sollte sie letztlich nehmen? Rido, der mit ihr seine Freiheit teilte? Sicher würde er sie in Ketten legen, niemals würde die Freiheit so bleiben, wie sie jetzt war. Das hier wollte sie, aber er wollte es nur um sie gewinnen zu können  - wenn er sie dann hatte, wie würde es dann werden? Wie würde dieses Abenteuer wohl ausgehen? Eigentlich wollte sie nicht mehr zurück, eigentlich würde sie lieber diese Freiheit genießen. Rido führte ihre Hand zu seinem Mund. Tränen liefen über ihr Gesicht – bald würde sie die Realität wieder einholen…wäre dieser Zauber, den sie hier mit Rido erlebte dann immer noch so mächtig? Sie schaute ihm tief in seine unterschiedlich – gefärbten Augen – das eine blau, das andere braun: so wie ihres. In seinen Augen konnte sie ihr blasses Gesicht sehen. „Lass den Moment nicht vergehen – ich  bin so schrecklich durstig….“ „Ich auch…“. Was würde geschehen, wenn Haruka von all dem erfuhr? Und er würde es, wenn er das nächste Mal von ihr kostete.



    Anmerkung: 300 Yen entsprechen ~ 3 Euro/ O – Baa – Chan: eigentlich Oma, wird aber auch häufig für bekannte ältere Damen verwändet – Rido drückt hier seine Herabwürdigung aus.

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